Schlachtschiffe der Rheinischen Post

vor wenigen Tagen, am 2. April,  erinnerten manche Zeitungen, so auch die Rheinische Post,  an den Beginn des Falklandkrieges vor genau vierzig Jahren. Ich staune nicht schlecht, als ich den Vorspann lese: Laut RP hatte die Royal Navy im Jahre 1982 Schlachtschiffe in den Südatlantik geschickt:

Nun sind wir es gewohnt, daß es unsere Presseleute seit geraumer Zeit mit der Wahrheit nicht mehr so genau nehmen. Etwas weglassen hier, etwas phantasievolle Ausschmückung dort, so läuft es heutzutage in den Redaktionsstuben, die sich durchweg zum „Haltungsjournalismus“ bekennen.  Aber längst abgewrackte oder versenkte Schlachtschiffe wieder zum Leben zu erwecken: Das geht nur mit der Rheinischen Post.

Erinnern wir uns: Das letzte Schlachtschiff der Royal Navy, HMS Vanguard, wurde nach seiner Indienststellung 1944 bereits 1960 abgewrackt. Alle früheren Battleships fielen schon vorher den Schneidbrenner zum Opfer,  selbst die „Grand Old Lady“, die HMS Warspite, die bereits an der Skagerrakschlacht teilgenommen hatte und später im zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle spielte, erlitt das gleiche Schicksal. Die Engländer der Nachkriegszeit legten eben wenig Wert auf die Bewahrung ihrer Dickschiffe, die einst für „Britannia rules the waves“ standen. Ganz im Gegensatz zu den US-Amerikanern, die ihre Schlachtschiffe wie die New Jersey, Iowa, Missouri, Wisconsin und Alabama  als National Monuments oder Naval Museums für die Nachwelt bewahrten.

Ansonsten gibt der Bericht der RP  die kriegerische Auseinandersetzung im wesentlichen richtig wieder. Zu dem von einem britischen U-Boot versenkten argentinischen Kreuzer „Belgrano“ hätte ein kundiger Reporter noch anmerken sollen, daß es sich um einen echten Weltkriegsveteranen handelte. Als „USS Phoenix“, Kreuzer der US-Pazifikflotte, überstand das Schiff bereits den japanischen Angriff auf Pearl Harbour im Jahre 1941.  Allerdings hatte es gegen die Treffer von zwei  Weltkriegstorpedos, welche das Atom-U-Boot „Conqueror“ im Jahre 1982 abfeuerte, keine Chance.

Zur Geschichte: Bekanntlich hatte Argentinien 1982 handstreichartig die britische Kolonie im Südatlantik für sich reklamiert und besetzt. Die kleine britische Garnison wurde ausgeflogen. Allerdings hatte die argentinische Militärjunta nicht mit der Entschlossenheit der in Großbritannien regierenden Iron-Lady gemacht. Die setzte die Royal Navy mitsamt Landungstruppen in Marsch; die Inseln von der Größe NRWs wurden zurückerobert.  5.000 gut ausgebildete britische Landungstruppen erzwangen die Kapitulation von 15.000 argentinischen Soldaten.

Die Lehren für die Marinen aus dem Falklandkrieg: Trotz aller Verteidigungssysteme werden auch heute noch Schiffe im Gefecht getroffen. Die Aluminium-Aufbauten der britischen Fregatten schmolzen durch die Brandhitze zusammen und wurden zu tödlichen Fallen.

Mit den Falklandinseln ist für uns als  Marinekameradschaft „Admiral Graf Spee“ eine besondere Erinnerung verbunden: Dort versank am 8. Dezember 1914 das Ostasiengeschwader unter seinem Kommandanten Admiral Graf Spee im Geschützfeuer der überlegenen britischen Schlachtkreuzer.

Autor: hansberndulrich

born 1950, university degree in mathematics, physics. Interested in all topics of natural science, history, politics and economics

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