Rheinische Postillione

Mein Gott, habe ich da was verpasst? Wurde die AfD doch nicht zur Wahl zugelassen? Blockieren jetzt Altparteidiener den Eintritt zum Parlamentssaal? War all die Aufklärungs- und Oppositionsarbeit der vergangenen Jahre vergebens? Werden wir jetzt behandelt wie die letzten Hunde vor der Metzgerei?

Dann auf Seite B8 die Erleichterung: Nichts von alledem. Es handelt sich nur um ein paar Funktionäre von Schützenvereinen, die ihren Senf von sich gegeben haben. Allerdings einen Senf ganz nach Geschmack der Regierenden: https://rp-online.de/nrw/panorama/bhds-schuetzen-distanzieren-sich-von-afd_aid-62311797

Liebe Leute, das muß  man sich mal vergegenwärtigen: Da hagelt  es Schimpf und Schande nach einem verlorenen Krieg in Afghanistan.  Über fünfzig Soldaten (Soldatinnen waren Gottseidank nicht darunter) sind gefallen und unsere Regierung hat es schlichtweg verpennt, die Hilfskräfte rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Volksseele kocht vor Wut und Scham. Zugleich legt hier in Deutschland eine Kleinstgewerkschaft den Zugverkehr lahm. Das Land spaltet sich in Geimpfte und Ungeimpfte; es finden Selektionen statt: Ungeimpfte, Ungetestete haben keinen Zutritt!

Aber was macht die RP: Schreibt auf Seite Eins über Schützenvereine! Offensichtlicher kann man sich kaum als Provinzblatt die Blöße geben!

Aber es ist ja Wahlkampfzeit und da macht die schon ganz  auf schwarzgrün eingefärbte RP-Redaktion kräftig mit: Hauptsache, gegen die AfD.

Dabei ist Sache paradox: Gerade die Schützenvereine sind bekannt für das Hochhalten traditioneller Tugenden. Mit Gender-Gaga, Geschlechterquoten oder gar Ramadan im Schützenfestzelt hat die von kernigen Männern dominierte Truppe nun wirklich nichts am Hut: Die Schützen sind eigentlich das typische Klientel einer wertkonservativen Partei wie der AfD. Als solche stehen sie  misstrauisch beäugt unter besonderer Beobachtung von den selbsternannten Tugendwächtern der politischen Korrektheit.  Möglicherweise gibt es da sogar  private Chatgruppen, in denen Anstößiges verbreitet wurden? Man weiß ja nie und Denunzianten finden sich immer.

Dem Ganzen wollten nun die Funktionäre des Dachverbandes den Wind aus den Segeln nehmen: Pfui, mit der AfD haben wir nichts am Hut! Der Obrigkeit und der ihr zugetanen Presse gefällt dieses Bekenntnis. Aber ist das auch im Sinne der Mitglieder? Ich bin mir sicher: Es gibt auch standfeste Schützenbrüder.

Und noch ein Aspekt: Bekanntlich wurden auch die Traditionsvereine durch den von der Regierung angeordneten Lockdown schwer gebeutelt. Keine Schützenfeste, keine Einnahmen. Wie ich aus eigener Ratsarbeit weiß, werden solche Vereine in diesen Zeiten durch die lokale Politik gesponsert. Eine alte Volksweisheit: „Wessen Brot ich fress, dessen Lied ich sing“.  Fast alle sind käuflich und Funktionäre sind besonders anfällig.

Am Dienstag war für die Rheinische Post die Welt dann wieder in Ordnung: Laschet und Merkel lachend in vergnügter Stimmung im herzlichen Einvernehmen. In der linken Ecke (wo sonst?) dazu ein süffisant grinsender Habeck. Politpropaganda vom Feinsten mitten im Wahlkampf, made by Rheinische Post.  

Ach ja: In dieser Woche erschien in der RP auch eine ganzseitige Werbeanzeige der Bundesregierung. So ein Inserat  kostet einige Zigtausend. Nicht aus der Parteikasse, sondern Steuergeld. – Noch Fragen?

 

Konservativ und reaktionär

Konservativ oder reaktionär: Unter der Kategorie „Betreutes Denken“ klärt Frau Krings die unbedarften Leser über die genuine Bösartigkeit der AfD auf: Die sei nicht konservativ, sondern „reaktionär“: https://rp-online.de/politik/deutschland/warum-sich-die-cdu-mit-der-abgrenzung-gegen-rechts-schwertut_aid-59105191

Das reizt mich zum Widerspruch:

Sehr geehrte Frau Krings,

ich habe zwar noch nie eine Antwort von Ihnen erhalten; trotzdem schreibe ich Ihnen heute erneut. Ich beziehe mich auf Ihren Artikel vom 11. Juni: Was konservativ ist –und was nicht. Manchen Ihrer Sätze kann man uneingeschränkt zustimmen, wenn Sie etwa schreiben: Konservativ, das verrät die lateinische Wurzel des Begriffs, ist eine Haltung des Erhaltens und Bewahrens. Der Konservative sieht sich als Teil einer Tradition und Ordnung, die er gutheißt und fortsetzen will. Er setzt auf Kontinuität statt auf Brüche, er will die Zukunft aus dem heraus entwickeln, was sich in der Vergangenheit als tauglich erwiesen hat.   Aber dann geht es (was sonst?)  wieder gegen die verhasste Opposition, nämlich die AfD.

Über die Attribuierung „konservativ“ in Bezug auf die AfD  schreiben Sie etwas flapsig: „ Dieser Vorstellung kann nur anhängen, wer sich das Personal der AfD nicht näher anguckt.“  Wie bitte? Hat die Rheinische Post etwa ihre Leser über unser „Personal“ informiert? Hat sich ihr Blatt  über unser „Personal“ in NRW überhaupt jemals  in den letzten Jahren informiert?

Das Ergebnis der Wahl vor einigen Wochen für die AfD-NRW-Landesliste zum nächsten  Bundestag  wurde mit keinem Sterbenswörtchen in Ihrer Zeitung  erwähnt. Waren die gewählten Kandidaten  vielleicht zu bürgerlich? An der Spitze mit Rüdiger Lucassen ein ehemaliger Bundeswehroffizier im Rang eines Oberst im Generalstab? Auf Platz Zwei der ehemalige Assekuranz-Manager und Leiter des Wirecard-Untersuchungsausschusses Kay Gottschalk? Weiter mit Martin Renner einer der Gründer  vom März 2013? Mit Prof. Harald Weyel, dem Sohn eines farbigen US-Soldaten?  Das sollte ruhig mal nebenbei erwähnt werden, schließlich wird uns alle Nase lang Rassismus unterstellt. – Allerdings: Als dann ein unterlegener und somit enttäuschter Kandidat mit der  üblichen Begleitmusik vom angeblichen „Rechtsruck“ mit Getöse seinen Parteiaustritt erklärte: Das war der RP dann plötzlich wieder eine Notiz wert.  Für diese Art des Umgangs mit unliebsamen Informationen gibt es einen neudeutschen Begriff: Cancel Culture. Apropos Kay Gottschalk: Seine Rolle als Vorsitzender im Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Aufklärung des Wirecard-Skandals wurde  von der RP in nahezu allen Artikeln zu dem Thema peinlichst verschwiegen. Aber da sind Sie in guter, oder besser gesagt: schlechter Gesellschaft. Denn die Öffentlich-Rechtlichen handhabten es genauso.  

Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen: Unsere Kommune hat über 90.000 Einwohner und seit 2015 einen AfD-Stadtverband. Gab es jemals eine Interviewanfrage seitens der Redaktion? Gar ein persönliches Porträt? Absolute Fehlanzeige. Als 2017 die Landtagsnovizen unter den frisch gewählten Abgeordneten unseres Kreises in der RP vorgestellt wurden hatte man den AfD-Mann schlichtweg „vergessen“.  Ich kann mich auch nicht erinnern, jemals in den letzten Jahren ein Interview mit irgendeinem unserer AfD-Landespolitiker in Ihrer Zeitung zu Gesicht bekommen zu haben. – Wo also, bitteschön, soll sich der wissbegierige Medienkonsument denn über die AfD und ihr „Personal“ informieren? Richtig: Es bleiben nur die sozialen Netzwerke.

Aber schauen wir uns doch mal das Etikett „Reaktionär“, das Sie der AfD anheften wollen, genauer an. Dem  Geschichtskundigen ist es geläufig als aggressiver Kampfbegriff der totalitären Systeme des Kommunismus und Nationalsozialismus. So war für die Ostberliner Machthaber zu SED-Zeiten die Opposition, der „Klassenfeind“,  reaktionär: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ so tönte Erich Honecker .  Und auch die  Nazis pflegten  „Reaktionäre“  als verhasstes Feindbild: „Kameraden, die Rotfront und die Reaktion erschossen“,   so lautete eine Zeile im Horst-Wessel-Lied,  der berüchtigten Hymne des „Dritten Reiches“.  Fazit: Man sollte sehr vorsichtig sein mit der Verwendung des vergifteten Begriffes „Reaktionär“.

Tatsächlich ist es eine Frage des individuellen Standpunktes. Wenn etwa die AfD nach wie vor von „Vater und Mutter“ spricht  und sich der amtlichen Begrifflichkeit  von „Eltern1 und Eltern2“ verweigert, dann mag das für linke Gesellschaftsveränderer  reaktionär sein, für AfD-Anhänger hingegen nichts weiter als die Bewahrung  eines natürlichen Sprachgebrauchs.  Gleiches  gilt für Genderspache: Vermeintlich Progressive bejubeln die linguistische Umerziehung mittels Gendersternchen,  den  anderen ist es ein Gräuel. Und beim Volk scheiden sich vollendes die Geister: „Zum Wohle des Deutschen Volkes“, so lautete jahrzehntelang der Schwur der NRW-Landesregierung.  Vergeblich beantragte die AfD im Parlament die Wiederzulassung des „Wohls des Deutschen Volkes“ in der Eidesformel.  Reaktionär? Apropos Klimawandel: Wo bleiben denn die skeptischen Stimmen jener  Wissenschaftler, welche die Rechenmodelle der Klimakatastrophenapokalyptiker einem Genauigkeitstest unterziehen und damit auf ihre Vorhersagewahrscheinlichkeit überprüfen? Nebenbei:  Natürlich muß sich der Mensch auf Klimaveränderungen einstellen und reagieren. Das wird von der AfD keineswegs, wie von Ihnen behauptet, in Abrede gestellt.

Nein, liebe RP, der Text reiht sich ein in eine ganze Reihe von Schriften, die nur eines zum Ziel haben: Die Verunglimpfung einer ungeliebten Opposition, die zeitgeistige Kapriolen kritisch hinterfragt. Mit „reaktionär“ hat das nicht das geringste zu tun. Diese Vokabel wurde vor schon Jahrzehnten  von Nazis und Kommunisten gleichermaßen missbraucht und gilt als verbrannt. Die Geschichte hat uns gelehrt: Gerade diejenigen, welche ihre Gegner als „Reaktionäre“ beschimpften, marschierten starrsinnig in die falsche Richtung bis in den Untergang. Das sollte uns eine Lehre sein.   

Nachtrag: Gestern übten Linksradikale in Berlin mal wieder Bürgerkrieg in der Rigaer Straße: Brennende Barrikaden, Wurfgeschosse, Knüppel. Sechzig verletzte Polizisten. Für die RP nicht erwähnenswert; kein Sterbenswörtchen. Denn die Gefahr kommt ja von rechts. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

   Mit freundlichen Grüßen  Bernd Ulrich 

Reaktionär

RP: Recht auf Falschberichterstattung

Kein Zweifel: Die Rheinische Post befindet sich bereits im Wahlkampfmodus. Anders sind die Nickeligkeiten gegen die AfD selbst im Sportteil (!) nicht zu erklären. Hier das jüngste Beispiel: In der Berichterstattung über eine Ratsdebatte zum Thema Handball in Ratingen wird  der  Fraktionsvorsitzende Werner Kullmann in der Ausgabe vom 13.5.wie folgt verunglimpft: „Werner Kullmann (AfD) weist zunächst auf seine eigene sportliche Vergangenheit (unter anderem „jahrelang Kassierer bei einem Fußball-Bundesligisten“) hin“KassiererDie Absicht ist eindeutig: Werner Kullmann soll  lächerlich gemacht werden. Es wird so getan, als wenn seine Sportlerkarriere im wesentlichen diejenige eines Kassierers gewesen sei. Daß  er mehrfach an Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Seniorenklasse teilgenommen hat und gute Platzierungen erreichte, wird dem Zeitungsleser absichtsvoll vorenthalten.

Das wollte Werner Kullmann nicht auf sich sitzen lassen. Hier aus dem Beschwerdebrief an die RP :

…..Richtig ist vielmehr: Werner Kullmann war nie Kassierer bei einem Fußballbundesligisten und hat derlei auch nie behauptet. Werner Kullmann äußerte sich wortgemäß bei der Sitzung des HAFA wie folgt: „Als Kassierer einer Ratinger Handballmannschaft, die ich bis in die 2. Bundesliga begleitete, weiß ich, was eine Kontaktsportart ist. (Das wusste Herr Vogt von der BU anscheinend nicht). In der Leichtathletik habe ich für Ratingen die Deutschen Senioren Meisterschaften mitgemacht, da (in dieser Sportart) ist es nicht so (Kontakt, Halle).

Die Handballer, die aufsteigen wollen (RP nach oben kommen wollen?), haben noch ihren Beruf und dort Kontakte. (Zu Mitarbeitern außerhalb der Handballmannschaft). Deshalb ist es für mich unter den Corona Gesetzen ein NoGo. Ich bin gegen eine Bevorzugung einer Mannschaft im Kontaktsport in der Halle. Deshalb lehne ich diesen Antrag ab. Sie (die Sportler) können sich noch später auszeichnen. Sie sind ja keine Profis, wie z.B. Bayern München. (Die nur davon leben)

 Wir fordern Sie hiermit auf, die unwahre Tatsachenbehauptung unverzüglich aus Ihrem Online-Artikel zu entfernen und in der nächsten Ausgabe Ihrer Printzeitung eine entsprechende vollständige Richtigstellung abzudrucken.   Andernfalls behalten wir uns presserechtliche Schritte vor. – Der derzeitige Text gibt zudem durch die Wortkombination  „ Sportliche Vergangenheit als Kassierer“  den so Dargestellten unverdientermaßen der Lächerlichkeit preis. Die Richtigstellung hat dies „richtig zu stellen“.  

 Werner Kullmann ergänzt: „Die Bezeichnung „Kassierer“ gab es tatsächlich damals im DJK Turnerbund 08 Ratingen. Die habe ich auch so weitergegeben als „Kassierer eines Ratinger Sportvereins, dessen Handballmannschaft ich bis zur 2. Bundesliga begleitet habe“. Außerdem war ich über 50 Jahre Mitglied im besagten DJK Turnerbund 08 Ratingen, mehrere Jahre im Vorstand und als Leichtathlet erfolgreich, für den Verein zweimal mit dem 4. Platz im Dreisprung der Deutschen DJK Meisterschaften und einmal Niederrheinmeister, bevor ich vor 3 Jahren als ältester Wettkampfsportler in die Leichtathletikabteilung des TV Ratingen wechselte.“

 Tatsächlich bequemte sich die RP zu einer unvollständigen Korrektur im Online-Ausgabe. Fußball wurde gegen Handball ausgewechselt. Das war‘s. Interessant ist die Begründung der Rheinischen Meinungsmacher, Zitat:  „..Obwohl es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Fehler um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt, setzt der Berichtigungsanspruch zusätzlich voraus, dass die Berichtigung des Textes zur Beseitigung einer fortdauernden Rufbeeinträchtigung des Betroffenen erforderlich ist. Dabei ist das Berichtigungsinteresse des Betroffenen gegen das Interesse der Medien abzuwägen, eine einmalig geäußerte Behauptung nicht förmlich zurücknehmen zu müssen, da dies einen recht schweren Eingriff in die Pressefreiheit darstellt….“

 Im Klartext: Eine falsche Tatsachenbehauptung ist durch Pressefreiheit gedeckt. Da verschlägt es einem glatt die Sprache, da fehlen einfach die Worte. Hier die passende Antwort: 

Sehr geehrte Frau…

  haben Sie Dank für Ihre Erläuterungen, die nichtsdestotrotz ein Gefühl der Bitterkeit zurücklassen. Denn natürlich ist mein Ansehen beschädigt und das war auch die eigentliche Absicht des Autors in diesem Absatz. Ob nun Handball- oder Fußballmannschaft ist letztlich unerheblich für die Rezeption beim Leser, zumal die unvollständige Korrektur ohnehin hinter einer Bezahlschranke verborgen ist. Meine Reputation besteht aber vornehmlich in der Begleitung einer hochklassigen Handballmannschaft, denn Hallenhandball und nicht Fußball war hier Thema in dem Artikel.

 Der Text suggeriert, daß meine sportliche Vergangenheit im wesentlichen die eines Kassierers war. Damit wird meine Person und meine Sportkompetenz im Gesamtzusammenhang der Lächerlichkeit preisgegeben. Selbst früher Leistungssportler, habe ich zudem nicht nur Vorstandsarbeit gemacht, sondern auch mit den Handball-Leistungssportlern meines Vereins vor ihrem Aufstieg mit trainiert. Wer sollte sich da von den anwesenden Kommunalpolitikern als betroffener Sportler und Vereinsfunktionär besser auskennen? Dass ich zudem noch vor 2 Jahren zu Deutschen Senioren Meisterschaften der Leichtathletik für Ratingen angetreten bin, wird wissentlich verschwiegen oder als „Erzählungen“ abgetan. Denn in dem nächsten Absatz folgte noch hämisch:  „…die Grünen lehnen den Antrag auch ab ganz ohne Erzählungen von eigenen sportlichen Betätigungen“.

 Sie weigern sich, in der Druckausgabe eine Berichtigung vorzunehmen und zwar mit Hinweis auf „Pressefreiheit“. Wenn Pressefreiheit nach dieser Definition auch bewusste Falschmeldungen und das Weglassen wichtiger Kontext-Informationen  beinhaltet: Dann brauchen Sie sich über Zuschreibungen wie „Lückenpresse“ oder gar „Lügenpresse“ nicht zu wundern.

 Die fragliche Druckausgabe hatte eine Auflage von über 5.000 Exemplaren. Auch wenn es sich nur um eine Tagesmeldung handelte: Es bleibt immer etwas hängen.  

 Ihr juristisch formuliertes Schreiben werden wir in dieser Form nicht veröffentlichen. Den Vorgang als solchen werden wir auf unseren sozialen Netzwerken thematisieren. Diese „Freiheit“ nehmen wir uns.

MfG Werner Kullmann 

Soweit der Text von Werner Kullmann. Nebenbei bemerkt: In der Doppelausgabe vom 13.5 (Himmelfahrt) war die genannte Gehässigkeit die einzige (!) Erwähnung der AfD überhaupt. Die RP gibt sich nämlich  alle Mühe, außer einem gelegentlichen Verriss nichts von der größten Oppositionspartei im Bundestag zu berichten.

Frohe Pfingsten!

BDI: Da ist der Wurm drin

Die Lektüre der Rheinischen Post ist gewiss kein Vergnügen sondern lästige Pflicht. Man muß ja informiert sein über das, was einem unbedarften Publikum wieder an Schwachsinn angedreht wird. Am Samstag gab mal wieder so ein Fundstück: https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/bdi-praesident-russwurm-der-lockdown-muss-so-schnell-wie-moeglich-enden_aid-56351069

Es war nicht anders zu erwarten: Die Redakteure haben dem neuen BDI-Präsidenten das Zuckerstückchen hingehalten und er hat willig zugelangt. Während an manchen Tagen die größte deutsche Oppositionspartei mit keinem Sterbenswörtchen in der Rheinischen Post  erwähnt wird, versucht man dem frischgebackenen BDI-Präsidenten die gewünschte Missbilligung der AfD zu entlocken. Und er liefert willig:

RP: Lassen Sie uns über Politik reden. Joe Kaeser, Ihr früherer Kollege bei Siemens, zuletzt dort Vorstandschef, warnt offen vor der Wahl der AfD. Sollten sich deutsche Manager öfter politisch äußern?

RUSSWURM Es ist mehr als richtig, dass Unternehmer und Manager in dieser Frage Haltung zeigen. Für mich ist klar: Die AfD schadet dem Industriestandort Deutschland. Wir leben von Weltoffenheit, die Welt ist unser Markt. Wir müssen attraktiv bleiben für schlaue Köpfe aus dem Ausland. Die Reputation des Standortes ist in Gefahr, wenn eine Partei wie die AfD die fremdenfeindliche Stimmung in der Bevölkerung schürt.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen:  Da fordert die AfD seit Jahren ein Einwanderungsgesetz, damit fähige Köpfe ins Land kommen. Und genau das wird von den Altparteien quer durch die Bank seit Jahren bis zum heutigen Tag verschleppt.  Denn dann müsste man ja Farbe bekennen wen man im Land haben möchte und wen nicht. Ein Verfahren, wie es klassische Einwanderungsländer wie Kanada,  Australien und die USA seit langem mit Erfolg  praktizieren.

Geradezu grotesk ist allerdings die Rußwurmsche Einlassung, daß die Opposition „dem Industriestandort Deutschland schade“. Geht’s noch? In anderen Ländern gibt es viel gewichtigere migrationskritische Parteien mit deutlich höheren Stimmenanteil. Hat man je davon gehört, daß etwa die Franzosen weniger Atomtechnik oder Champagner exportieren, weil sich die Kunden durch Marie le Pen abgestoßen fühlen könnten? Daß Belgien weniger Bier und Schokolade verkauft weil es einen Vlaams Belang im Land gibt? Daß Ikea weniger Billy-Regale an den Mann oder die Frau bringt wegen der Umtriebe von Schwedendemokraten? Fiat und Ferrari unter Umsatzeinbrüchen leiden wegen der Lega? Nein und nochmals nein!  Kompletter Schwachsinn!

Wenn etwas das Image der deutschen Industrie im Ausland beschädigt dann sind es die doch hausgemachten Skandale in den Konzernzentralen. Allen voran Dieselgate und die Korruptionsaffären im Hause Siemens. Ich betone: Siemens. Dort, wo der frischgebackene BDI-Präsident seine Karriere machte.  Wie titulierte das angesehene deutsche „Managermagazin“: „Wer sich mit Korruption in der deutschen Wirtschaft beschäftigt, kommt am Siemens-Konzern nicht vorbei.“ Und weiter:  „Im Herbst 2006 stürmten mehrere hundert Beamte in Siemens-Geschäftsräume an zahlreichen Standorten sowie in Privatwohnungen hoher Mitarbeiter. Die Razzia bildet den Auftakt zur wohl größten Korruptionsaffäre der deutschen Wirtschaftsgeschichte.“ http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/siemens-daimler-ferrostaal-die-groessten-korruptionsfaelle-fotostrecke-127536.html  Man beachte: Zu jener Zeit hatten sowohl Herr Käser als auch Herr Rußwurm schon Führungspositionen in diesem korrupten Laden.

Nein, mit dem peinlichen Kotau schmeichelt sich der neue BDI-Boss lediglich bei Schwarz-Rot-Grün ein. Er befindet sich damit in guter, bzw. schlechter Gesellschaft mit seinem Ex-Chef, dem sein Name zu „deutsch“ war für das internationale Parkett und der sich deswegen flugs in Joe Kaeser umtaufte.  Sein peinliches Geschwätz über BDM und Kopftuchmädchen, mit dem er ganze Generationen unserer Mütter und Großmütter verunglimpfte, ist noch in unguter  Erinnerung. Auch sonst war der Uncle Joe aus München für manches Fettnäpfchen gut: Man erinnere sich an das peinliche Anwanzen bei Donald Trump oder an seinen Eiertanz um das Fortbestehen des Siemenswerkes in Görlitz. Der Herr Rußwurm scheint aus gleichem Holz geschnitzt wie sein Ex-Boss.

Mit dem Schlag unter die Gürtellinie gegen die AfD schleimt sich der BDI-Präsident nun also bei der hohen Politik ein. Deswegen vernimmt man aus seinem Mund auch kaum Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung. Da war ein Hans-Olaf Henkel seligen Andenkens als BDI-Chef noch ein ganz anders Kaliber. Der hatte einer links-grünen CDU-Politik noch klare Kante gezeigt. So in seinem Buch „Die Abwracker“, gemünzt auf das tonangebende Establishment. – Dergleichen ist vom neuen  Vorsitzenden nicht zu erwarten.

Keine guten Aussichten für die deutsche Industrie, die sich in den kommenden Jahren auf einige Zumutungen destruktiver grüner Regierungspolitik gefasst machen muß. Ach ja: Natürlich ist  auch er für Quotenfrauen in Chefsesseln.

 

Ein Jahr Corona

Ein Jahr Corona RP vom 19.02.21

Von einer großen Zeitung ,wie die RP hätte ich doch zu dem Thema mehr erwartet.
Wie sieht es eigentlich mal aus mit einer Kritik an dem unverhältnismäßigen Lockdown?
Die Panikmache seit einem Jahr wirkt und die meisten Menschen haben längst die rationale Ebene verlassen. Dabei wäre so einfach, die überall veröffentlichten Zahlen in den richtigen Kontext zu setzen. Dann würde man auch schnell sehen, dass wir zu keiner Zeit eine Pandemie hatten und auch das Gesundheitssystem nie an der Belastungsgrenze war. Wir hatten in der Vergangenheit schon wesentlich stärkere Grippewellen mit wesentlich mehr Toten und da hatte niemand so ein Bohei darum gemacht.
Da wäre die Welt vorbildlich:
Noch schärfer kritisiert die Zeitung „Die Welt“: „Für keine der geforderten Maßnahmen nennt die Stellungnahme eine belastbare wissenschaftliche Quelle, nennt sie wissenschaftlich gesicherte kausale Zusammenhänge.“

Die Tageszeitung schreibt weiter: „Die sogenannte Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina ist aber alles andere als ein wissenschaftliches Dokument,“ sie sei vielmehr „ein Sammelsurium von sorgenvollen Aussagen über die aktuelle Situation, kombiniert mit einigen drastischen Vorschlägen, die ihre Autorität daraus ziehen sollen, dass die Autoren nun einmal in leitenden Funktionen im Forschungsbetrieb tätig sind“.

Der wissenschaftliche Gehalt der Leopoldina-Expertise sei „so gering, dass wohl jede aufmerksame Zeitungsleserin, jeder ‚Tagesschau‘-Zuschauer und jede internetaffine Gymnasiallehrerin den Text hätte verfassen können, einschließlich der Diagramme, die den Infektionsverlauf in Irland und in Deutschland miteinander vergleichen – eine Grafik, die der Autor dieser Zeilen innerhalb von weniger als einer Minute auf einer bekannten Datenplattform zusammenklicken könnte“.

Vernichtender hätte die Kritik an „Wissenschaftlern“, die der Bundesregierung stets zu Diensten sind, kaum ausfallen können.
(Eingesandt von Wolfgang Dietrich)

Zitterattacken Spätestens anlässlich der Zitterattacken ist mir klar geworden, dass es bei Frau Merkel intrapsychisch ziemlich rumoren muss.
Es besteht ein bizarrer Widerspruch zwischen der autoritär verfügten Freiheitsbegrenzung im Rahmen der SARS-cov2-Pandemie und der moralistisch begründeten totalen Entgrenzung im Rahmen der Migrationskrise.
Da wo es rumort, denkt es sich schlecht. Reflexion und Verantwortungsethik gehen den Bach runter.
So langsam beschleicht mich jetzt doch das Gefühl dass die Flammenschrift an der Wand erschienen ist.“Mene Tekel, gewogen und zu leicht empfunden“ Es kommt harsche Kritik von unerwarteter, d.h. linker, Seite. In Treue fest stehen nur noch die CDUler, die blindlings mit ihr nach links abgedriftet sind. Aber sie warnen: Jetzt muss es anders gehen sonst sei es „existenzbedrohend“. Für wen? Ich habe mich schon einige Male zu früh gefreut. Aber die Jagd scheint auf zu sein. (Eingesandt von Wolfgang Dietrich 2. Februar 2021)

Sie ist wieder da!

Es ist unsere alte Bekannte Julia Rathcke! Zusammen mit ihrem Gönner und Mentor Michael Bröcker hatte sie vor fast drei Jahren der RP den Rücken gekehrt. Nun ist sie halt wieder da. Seit ein paar Monaten. Im alten Metier. In der Samstagsausgabe der Rheinischen Post. Da wird von unserer alten Bekannten ganz undamenhaft kräftig geholzt: Neonazis, Antisemiten, geistige Brandstifter, Extremisten, Rassisten usw. Das volle Programm. Leider  ist der Artikel online hinter einer Bezahlschranke verborgen: https://rp-online.de/politik/deutschland/plaene-fuer-die-afd-beobachtung-durch-den-verfassungsschutz_aid-55774635 Wer Julia Rathcke konsumieren möchte, der muß vorher bezahlen. Oder die Zeitung kaufen:

Einst schrieb ich von den auf die AfD abgerichteten Wadenbeißern, die hierzulande in allen gleichgeschalteten Redaktionsstuben anzutreffen sind. Diese Formulierung  ist inzwischen hochgradig politisch inkorrekt. Gendergerecht müsste es jetzt heißen: „Wadenbeißer*innen“. Bekanntlich wurde Julia Rathcke dereinst von damaligen Chefredakteur Bröcker nach dessen eigenen Worten auf die AfD „angesetzt“. Und die derart  Beauftragte hat zur Zufriedenheit ihres Auftraggebers geliefert, auch wenn der „Annäherungsversuch“ an Markus Pretzell und dessen Ex-Frau damals nicht gerade von Erfolg gekrönt war:  https://wp.me/p80VcB-21.   2017 hatte mir die nach eigenen Worten nicht mehr  jugendliche Redakteurin noch ein Treffen in Aussicht gestellt:

Ich bin jung, aber mit knapp 30 Jahren wohl doch nicht mehr jugendlich und Volontärin auch längst nicht mehr, sondern Politikredakteurin. Zudem ist es nie die Entscheidung eines einzelnen Redakteurs/einer einzelnen Redakteurin, womit wir die Zeitung aufmachen. Was auf der Titelseite steht – und nicht nur das – geschieht immer auch in Absprache mit der Chefredaktion. Alles weitere gerne bei Zeiten im persönlichen Gespräch.

Durch meinen Blogeintrag: „Ratten und Rheinische Post“  hatte ich sie indessen offenbar so verprellt, daß sie sich nicht mehr zu dem Gespräch bereitfand.

Nun ist sie wieder da, unsere vertraute Julia. Vor ein paar Wochen stolperte ich eher zufällig über ein frisches Machwerk aus ihrer Feder. Brachte sie doch da zu Papier, daß die ganzen Geschichten um Wahlfälschungen bei Trump als auch bei der AfD nicht weiter sind als Quatsch und üble Hirngespinste. Dem Kundigen entlockt das bestenfalls ein müdes Lächeln. Hatte doch selbst die einst seriöse FAZ eingeräumt, daß die zahlreichen Zählfehler bei Wahlzetteln zu Lasten der AfD nicht zufällige zustande kommen. Seis drum. Aber am Samstag wurde richtig geklotzt:

Reichsbürger, Rassisten, Antisemiten und Islamfeinde –  Gegner der Demokratie gehören zur DNA dieser Partei seit Ihrer Gründung“

Rheinische Post vom 23.Januar 2021

Schlimmer geht’s nimmer. Logisch, daß Julia Rathcke es kaum noch nicht erwarten kann, daß Haldenwang und seine Truppe endlich gegen Alternative für Deutschland  loslegen.

An die Adresse von Frau Rathcke: Herr Haldenwang hätte in Augen seiner obersten Chefin, die ihn auf den Posten platziert hatte, einen lausigen Job gemacht, wenn er die AfD nicht zum Beobachtungsfall erklären würde. Die Intention ist klar: Es geht keineswegs um irgendeinen Erkenntnisgewinn durch Beobachtung, wie vielleicht simple Gemüter vermuten mögen.  Die AfD sammelt keine Waffen und baut keine Bomben für einen gewaltsamen Umsturz. Es werden auch keine Autos angezündet oder Polizeistationen angegriffen noch werden Polizisten mit Fäkalien beworfen, so wie es inzwischen zur linken Folklore gehört.  Vielmehr werden durch die Verkündung des „Beobachtungsfalls“  Beamte und öffentlich Bedienstete  davon abgehalten, sich bei der AfD aktiv zu engagieren. Ein Effekt, der jetzt bereits Wirkung zeigt.

Haldenwang und seine Einflüsterer gehen ein hohes Risiko ein. Sofern die AfD bei der nächsten Bundestagswahl nicht unter 5% gedrückt wird (was unwahrscheinlich ist), ist das Spiel für die Schlapphüte und  ihre Strippenzieher  verloren.  Zwar mahlen die Mühlen der deutschen Justiz sehr langsam, aber das Verfassungsgericht wird den „Beobachtungsfall“ irgendwann kassieren. Das wäre eine Riesenblamage für Haldenwang und ein Persilschein für die AfD, die aus dieser Auseinandersetzung gestärkt hervorgehen wird.

Silvesterbotschaft in der RP: Ausländerfeindliches

Im Westen nichts Neues: Wieder mal die alte Leier von der angeblich ausländerfeindlichen AfD. Herr Dr. Martin Kessler serviert uns diese Unappetitlichkeit zum Jahresausklang gleich im zweiten Satz  seines Leitartikels in der RP. Da vergeht einem die Lust auf die weitere Fortsetzung der Lektüre.

RP 31.12.2021

Schon Dr. Goebbels wusste: Eine Lüge muß nur oft genug wiederholt werden, dann wird sie schließlich geglaubt. Mit Dr. Kessler hatte ich schon vor Jahren Korrespondenz um ihn von seiner sturen, starrköpfigen AfD-Phobie und der infamen Unterstellung einer gebetsmühlenhaft immer aufs Neue wiederholten Ausländerfeindlichkeit abzubringen. Daher zum x-ten Mal, damit es sich jeder hinter die Ohren schreibt:

Niemand, den ich von den Parteifreunden kenne, hat etwas gegen die koreanische Krankenschwester, den türkischen Gemüsehändler, den persischen Augenarzt, den japanischen Geschäftsmann, den griechischen Schneider  oder den Programmierer aus Indien oder China, um nur einige zu nennen.    Aber gegenüber Zwangsverheiratungen, Vollverschleierungen, Genitalverstümmlung an Kindern, arabischen Clans die ganze Stadtteile und Behörden terrorisieren, Parallelgesellschaften und  Scharia-Gerichte  gibt es hierzulande doch noch einige Vorbehalte, nicht nur bei der AfD. Es ist schlichtweg eine unverschämte Dreistigkeit und Impertinenz, diese berechtigte Skepsis als „Ausländerfeindlichkeit“ zu etikettieren! 

Ich spreche nicht nur für mich, sondern für die Gesamtheit aller mir persönlich bekannten AfD-Anhänger:

Jeder, der willens und fähig ist zum Wohlergehen dieses Landes beitragen, ist hier herzlich willkommen!

 Und genau deswegen fordert die AfD seit Anbeginn ein Einwanderungsgesetz. Ein Immigrationsgesetz, wie es die klassischen demokratisch verfassten Einwanderungsländer wie Australien oder Kanada längst haben. „Einwanderung braucht klare Regeln“, so lauteten schon 2013 die Plakate der AfD, lange vor der Eskalation im September 2015. Es ist bezeichnend für die deutschen Regierungsparteien, daß sie sich seit Jahrzehnten vor dieser gesetzgeberischen Aufgabe drücken. Lieber lässt man die Dinge so weiterlaufen wie bisher: Chaotisch und ungeordnet. „Jetzt sind sie nun mal da“, so lautet ein geläufiges Bonmot der Regierungschefin.  Wer es wagt, an diesem unverantwortlichen Laissez-Faire Kritik zu üben, den trifft das  Verdikt „Fremdenfeindlich“.

Zurück zur Rheinischen Post: Tatsächlich enthielt das  umfangreiche Silvester-Elaborat des Dr. Martin Kessler keinerlei neue Erkenntnis. Statt dessen die bekannten Beruhigungspillen: „Wir schaffen das, alles wird gut“.

Schön wärs.

Mit freundlichen Grüßen,   Bernd Ulrich

Ärzte und Analverkehr

RP vom 24.10.20

Sehr geehrter Herr Latzel,
In Ihrem Artikel vom 24.10.  „Ärzte rechnen … ab“… sinnieren Sie über das neueste Machwerk dieser Sängergruppe: Vor allem der AfD dürfte der Song übel aufstoßen. Das machte mich neugierig. Ich suchte nach dem Lied und wurde schnell fündig. Aus dem Text:

Wo kommen all die zornigen Männer her
Mit ihrer panischen Angst vor Analverkehr?
Ich trete ein in die AfD und dann werd‘ ich schwul, schwul, schwul, schwul.

Mit Verlaub: Was sollte unsereins daran „übel aufstoßen?“  Jeder blamiert sich so gut er kann und von Blödelbarden erwartet man gemeinhin auch nichts anderes. Aber die Rheinische Post?  Homophobie? Schließlich hatte Ihre verflossene Redaktionskollegin Julia Rathcke über die gleichgeschlechtliche Partnerschaft unserer Parteivorsitzenden sogar in einer Überschrift polemisiert. Und es ist kein Geheimnis, daß auch einer unserer NRW-Landtagsabgeordneten entsprechend orientiert sein soll. Also, was soll das ganze? – Blamabel nur, daß die RP-Redaktion glaubt, daraus noch einen Kalauer zu machen.

Bekanntlich ist Deutschland inzwischen ein Land ohne Grenzen, insbesondere die  Grenzen von Anstand und gutem Geschmack sind längst nicht mehr existent.  Verglichen mit dem, was andere Liedermacher an Obszönitäten, Gewalt- und Vergewaltigungsphantasieen mit wohlwollender Billigung des Bundespräsidenten auf der Bühne heraus prusten ist das Elaborat von „Die Ärzte“ noch vergleichsweise harmlos. Die RP hätte ruhig den ganzen Text für ihre unbefangenen Leser abdrucken können, inklusive der Tagträumerei vom Analsex mit AfD-Parlamentariern auf Bänken im Reichstag. Halten wir den Sangeskünstlern zugute, daß sie schlichtweg Geld verdienen müssen in dieser sauren Coronazeit, in der viele Komiker und Musiker am Hungertuch nagen. Mit dem „Kampf gegen Rechts“  schafft man sich schnell Sympathie bei Regierenden und im Öffentlich-Rechtlichen. Die ärztliche Belohnung erfolgte denn auch postwendend: Bei den ARD-Tagesthemen durften die Barden live auftreten. https://www.welt.de/vermischtes/article218509328/Die-Aerzte-spielen-Tagesthemen-Fanfare-live-im-Studio-mit-ernstem-Anliegen.html  Über die Gage wurde nichts bekannt.

MfG  Bernd Ulrich

Siehe auch: https://philosophia-perennis.com/2020/10/24/linke-hass-propaganda-die-aerzte-eroeffnen-tagesthemen-und-finden-die-afd-superschwul/

Mit Verlaub: Reinhold Michels zum Abschied

Gegen den Strom

Reinhold Michels hat sich verabschiedet. Die letzte wertkonservative Stimme in der Rheinischen Post ist nun nicht mehr. Schon vor Jahren musste der ihm wesensverwandte Klaus Kelle bei der RP  seinen Abschied nehmen.

Reinhold Michels hat mir nie auf meine Briefe geantwortet.  Dabei hatte ich ihn oft direkt angeschrieben. Ich habe nämlich seine Aufforderung: „Schreiben Sie dem Autor“ ,  die übliche Floskel in der Tageskolumne, ernst genommen. Natürlich habe ich längst nicht alles kommentiert, was Herr Michels so im Laufe der Zeit zu Papier gebracht hat. Denn das Meiste konnte man einfach kommentarlos stehen lassen.

Ich nehme ihm sein Schweigen zu meinen Zuschriften nicht übel. Vollprofis hinterlassen nun mal keine Spuren; erst recht keine schriftlichen. Vermutlich hat er im Laufe seines Schaffens tausende an Leserbriefen bekommen. – Meine Kommentare wurden naturgemäß weniger, nachdem in unserem Haushalt das RP-Abo im September 2017 gekündigt wurde. Die täglichen Stänkereien  gegen die AfD hatten ein…

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Pressemitteilung: Ablehnung einer Spende für die Malteser in Ratingen

22.1.2020 Die AfD in Ratingen teilt mit:

Der AfD-Stadtverband Ratingen, vertreten durch seinen Sprecher Bernd Ulrich, beklagt die Ablehnung einer Spende in Höhe von 250€, die der Ratinger Ortsgruppe der Malteser zugutekommen sollte. Wie die Rheinische Post berichtete, hatten die Malteser am 22. November diesen Jahres das Jubiläum ihres sechzigjährigen Bestehens mit Vertretern der Parteien und Fraktionen in der Stadthalle in Ratingen gefeiert. Zu diesem Anlass tätigte Bernd Ulrich eine private Spende in Höhe von 250€ auf das Konto der Malteser bei der Erzdiözese Köln, versehen mit dem Hinweis: „Für die Malteser in Ratingen. Vielen Dank“.  Wenige Tage später schickte die Erzdiözese den Betrag kommentarlos zurück.

Auf Nachfrage erläuterte  Kai Vogelmann, Sprecher der NRW-Malteser, in einem Telefonat am Montag dieser Woche gegenüber Bernd Ulrich sinngemäß: Man nähme  Anstoß an der kritischen Haltung der AfD zur Verbringung von Migranten über die Mittelmeerroute nach Europa. Diese Einstellung sei mit kirchlich-katholischen Glaubensgrundsätzen der Malteser nicht vereinbar und daher wolle man keine Spendengelder von Mitgliedern der Alternative für Deutschland annehmen.

Dazu äußert Bernd Ulrich: „ Selbstverständlich habe ich Herrn Vogelmann meine Gesprächsbereitschaft zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Diskutanten zu dem Thema angeboten. Ich habe auf meine jahrelange Spendenpraxis zugunsten humanitärer Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Cap Anamur  verwiesen. Wir können die erzbischöfliche Dogmatik nicht nachvollziehen.

Wir wissen uns mit unserer Haltung in guter Gesellschaft etwa mit dem Präsidenten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), welcher sich wie folgt geäußert hat: „Wer Menschen aus echter oder inszenierter Seenot aufnimmt, um sie nach Europa zu transferieren, macht sich moralisch mitschuldig am Tode unzähliger Menschen, die erst aufgrund der Taxidienste der sogenannten Seenotretter dazu ermutigt werden, die Einwanderung über das Mittelmeer zu versuchen.“ Und weiter: Die europäische Einwanderungspolitik dürfe nicht kriminellen Menschenschmugglern und den Taxidiensten sogenannter Seenotretter überlassen werden.“

Leider hat die katholische ablehnende Haltung gegenüber der Alternative für Deutschland  bereits in der Vergangenheit Spendendiskriminierung bewirkt: Der Sozialdienst katholischer Frauen verweigerte Spenden, welche zum Schutz gewaltbedrohter Frauen und Kinder bestimmt waren.  Die Rheinische Post hatte darüber berichtet.

Bernd Ulrich: „Meine Spende vom November 2019 war für die Malteser in Ratingen gedacht. Zum einen, um einen Beitrag für ihre Jubiläumsfeier zu leisten, zu der sie mich eingeladen hatten, zum anderen zur Unterstützung ihrer Arbeit hier vor Ort. Es ist ja nicht nur mit dem guten Willen und der Zeit der Ehrenamtlichen getan, sondern Gerätschaften, Material, Ausrüstung und Schulungen kosten Geld. Ich hoffe immer noch einen Weg zu finden, unseren Helferinnen und Helfern in Ratingen die für sie bestimmte Unterstützung zukommen zu lassen.“

Hier nun zum Vergleich, was die Rheinische Post dann tatsächlich abgedruckt hat:

Rheinische Post Ratingen 25. Jan. 2020

Das konnte ich nicht widerspruchslos hinnehmen. Und so schrieb ich erneut an die Ratinger Lokalredaktion:

27.1. 2020  Haben Sie vielen Dank, daß Sie diesen skandalträchtigen Vorgang aufgegriffen haben. Leider ist der Kontext dem unbefangenen Leser nicht ganz verständlich, zumal der Eindruck entstehen konnte, daß es sich bei der Spende um Parteigelder handelt. Dem ist beileibe nicht so; in diesem Fall hätte ich mich sogar der Veruntreuung schuldig gemacht. Ich bitte daher darum, Ihren Lesern  diese Erläuterung zukommen zu lassen:

Bernd Ulrich dementiert, daß es sich bei der Spende an die Malteser um Gelder der Partei handelte. Vielmehr hatte er, wie andere Vertreter der Parteien, eine Einladung zur Jubiläumsfeier erhalten.  Bernd Ulrich: „Es gehört für mich zum guten Ton menschlichen Miteinanders, bei einer Feier, wo ich auf Kosten der Gastgeber Speis und Trank verzehre sowie das Unterhaltungsprogramm genieße, nicht mit leeren Händen zu erscheinen. Deshalb habe ich aus meinem privaten Vermögen diese Spende für die Ratinger Ortsgruppe der Malteser getätigt. Es ist grotesk, einerseits Vertreter der AfD zum Jubiläum der Malteser in die Ratinger Stadthalle einzuladen und anschließend genau diesen Gästen eine Gesinnung zu unterstellen, die sich „gegen die Menschenwürde“ richtet.  Auf meine Nachfrage, worauf er diese Haltung begründet, bezog sich der Pressesprecher Kai Vogelmann mir gegenüber in einem Telefonat sinngemäß auf die kritische Haltung der AfD zur Migration über die Mittelmeerroute. Ich habe daraufhin sowohl im Gespräch als auch schriftlich  um eine Unterredung gebeten, um dieses Vorurteil aus der Welt zu schaffen. Leider wurde dieses Gesprächsangebot bisher nicht angenommen. Ich stehe nach wie vor zu meinem Versprechen, hierüber zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Kontrahenten eine Diskussion zu führen.“

 Nebenbei bemerkt:  Ich habe bei früherer Gelegenheit auch der Ratinger FDP in Ratingen eine Spende zukommen lassen, wenn ich bei deren Neujahrsempfang verköstigt wurde. —– Ende des Textes der Richtigstellung.

Überflüssig zu erwähnen, daß diese Berichtigung nicht abgedruckt wurde