RP: Recht auf Falschberichterstattung

Kein Zweifel: Die Rheinische Post befindet sich bereits im Wahlkampfmodus. Anders sind die Nickeligkeiten gegen die AfD selbst im Sportteil (!) nicht zu erklären. Hier das jüngste Beispiel: In der Berichterstattung über eine Ratsdebatte zum Thema Handball in Ratingen wird  der  Fraktionsvorsitzende Werner Kullmann in der Ausgabe vom 13.5.wie folgt verunglimpft: „Werner Kullmann (AfD) weist zunächst auf seine eigene sportliche Vergangenheit (unter anderem „jahrelang Kassierer bei einem Fußball-Bundesligisten“) hin“KassiererDie Absicht ist eindeutig: Werner Kullmann soll  lächerlich gemacht werden. Es wird so getan, als wenn seine Sportlerkarriere im wesentlichen diejenige eines Kassierers gewesen sei. Daß  er mehrfach an Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Seniorenklasse teilgenommen hat und gute Platzierungen erreichte, wird dem Zeitungsleser absichtsvoll vorenthalten.

Das wollte Werner Kullmann nicht auf sich sitzen lassen. Hier aus dem Beschwerdebrief an die RP :

…..Richtig ist vielmehr: Werner Kullmann war nie Kassierer bei einem Fußballbundesligisten und hat derlei auch nie behauptet. Werner Kullmann äußerte sich wortgemäß bei der Sitzung des HAFA wie folgt: „Als Kassierer einer Ratinger Handballmannschaft, die ich bis in die 2. Bundesliga begleitete, weiß ich, was eine Kontaktsportart ist. (Das wusste Herr Vogt von der BU anscheinend nicht). In der Leichtathletik habe ich für Ratingen die Deutschen Senioren Meisterschaften mitgemacht, da (in dieser Sportart) ist es nicht so (Kontakt, Halle).

Die Handballer, die aufsteigen wollen (RP nach oben kommen wollen?), haben noch ihren Beruf und dort Kontakte. (Zu Mitarbeitern außerhalb der Handballmannschaft). Deshalb ist es für mich unter den Corona Gesetzen ein NoGo. Ich bin gegen eine Bevorzugung einer Mannschaft im Kontaktsport in der Halle. Deshalb lehne ich diesen Antrag ab. Sie (die Sportler) können sich noch später auszeichnen. Sie sind ja keine Profis, wie z.B. Bayern München. (Die nur davon leben)

 Wir fordern Sie hiermit auf, die unwahre Tatsachenbehauptung unverzüglich aus Ihrem Online-Artikel zu entfernen und in der nächsten Ausgabe Ihrer Printzeitung eine entsprechende vollständige Richtigstellung abzudrucken.   Andernfalls behalten wir uns presserechtliche Schritte vor. – Der derzeitige Text gibt zudem durch die Wortkombination  „ Sportliche Vergangenheit als Kassierer“  den so Dargestellten unverdientermaßen der Lächerlichkeit preis. Die Richtigstellung hat dies „richtig zu stellen“.  

 Werner Kullmann ergänzt: „Die Bezeichnung „Kassierer“ gab es tatsächlich damals im DJK Turnerbund 08 Ratingen. Die habe ich auch so weitergegeben als „Kassierer eines Ratinger Sportvereins, dessen Handballmannschaft ich bis zur 2. Bundesliga begleitet habe“. Außerdem war ich über 50 Jahre Mitglied im besagten DJK Turnerbund 08 Ratingen, mehrere Jahre im Vorstand und als Leichtathlet erfolgreich, für den Verein zweimal mit dem 4. Platz im Dreisprung der Deutschen DJK Meisterschaften und einmal Niederrheinmeister, bevor ich vor 3 Jahren als ältester Wettkampfsportler in die Leichtathletikabteilung des TV Ratingen wechselte.“

 Tatsächlich bequemte sich die RP zu einer unvollständigen Korrektur im Online-Ausgabe. Fußball wurde gegen Handball ausgewechselt. Das war‘s. Interessant ist die Begründung der Rheinischen Meinungsmacher, Zitat:  „..Obwohl es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Fehler um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt, setzt der Berichtigungsanspruch zusätzlich voraus, dass die Berichtigung des Textes zur Beseitigung einer fortdauernden Rufbeeinträchtigung des Betroffenen erforderlich ist. Dabei ist das Berichtigungsinteresse des Betroffenen gegen das Interesse der Medien abzuwägen, eine einmalig geäußerte Behauptung nicht förmlich zurücknehmen zu müssen, da dies einen recht schweren Eingriff in die Pressefreiheit darstellt….“

 Im Klartext: Eine falsche Tatsachenbehauptung ist durch Pressefreiheit gedeckt. Da verschlägt es einem glatt die Sprache, da fehlen einfach die Worte. Hier die passende Antwort: 

Sehr geehrte Frau…

  haben Sie Dank für Ihre Erläuterungen, die nichtsdestotrotz ein Gefühl der Bitterkeit zurücklassen. Denn natürlich ist mein Ansehen beschädigt und das war auch die eigentliche Absicht des Autors in diesem Absatz. Ob nun Handball- oder Fußballmannschaft ist letztlich unerheblich für die Rezeption beim Leser, zumal die unvollständige Korrektur ohnehin hinter einer Bezahlschranke verborgen ist. Meine Reputation besteht aber vornehmlich in der Begleitung einer hochklassigen Handballmannschaft, denn Hallenhandball und nicht Fußball war hier Thema in dem Artikel.

 Der Text suggeriert, daß meine sportliche Vergangenheit im wesentlichen die eines Kassierers war. Damit wird meine Person und meine Sportkompetenz im Gesamtzusammenhang der Lächerlichkeit preisgegeben. Selbst früher Leistungssportler, habe ich zudem nicht nur Vorstandsarbeit gemacht, sondern auch mit den Handball-Leistungssportlern meines Vereins vor ihrem Aufstieg mit trainiert. Wer sollte sich da von den anwesenden Kommunalpolitikern als betroffener Sportler und Vereinsfunktionär besser auskennen? Dass ich zudem noch vor 2 Jahren zu Deutschen Senioren Meisterschaften der Leichtathletik für Ratingen angetreten bin, wird wissentlich verschwiegen oder als „Erzählungen“ abgetan. Denn in dem nächsten Absatz folgte noch hämisch:  „…die Grünen lehnen den Antrag auch ab ganz ohne Erzählungen von eigenen sportlichen Betätigungen“.

 Sie weigern sich, in der Druckausgabe eine Berichtigung vorzunehmen und zwar mit Hinweis auf „Pressefreiheit“. Wenn Pressefreiheit nach dieser Definition auch bewusste Falschmeldungen und das Weglassen wichtiger Kontext-Informationen  beinhaltet: Dann brauchen Sie sich über Zuschreibungen wie „Lückenpresse“ oder gar „Lügenpresse“ nicht zu wundern.

 Die fragliche Druckausgabe hatte eine Auflage von über 5.000 Exemplaren. Auch wenn es sich nur um eine Tagesmeldung handelte: Es bleibt immer etwas hängen.  

 Ihr juristisch formuliertes Schreiben werden wir in dieser Form nicht veröffentlichen. Den Vorgang als solchen werden wir auf unseren sozialen Netzwerken thematisieren. Diese „Freiheit“ nehmen wir uns.

MfG Werner Kullmann 

Soweit der Text von Werner Kullmann. Nebenbei bemerkt: In der Doppelausgabe vom 13.5 (Himmelfahrt) war die genannte Gehässigkeit die einzige (!) Erwähnung der AfD überhaupt. Die RP gibt sich nämlich  alle Mühe, außer einem gelegentlichen Verriss nichts von der größten Oppositionspartei im Bundestag zu berichten.

Frohe Pfingsten!

Pressemitteilung: Ablehnung einer Spende für die Malteser in Ratingen

22.1.2020 Die AfD in Ratingen teilt mit:

Der AfD-Stadtverband Ratingen, vertreten durch seinen Sprecher Bernd Ulrich, beklagt die Ablehnung einer Spende in Höhe von 250€, die der Ratinger Ortsgruppe der Malteser zugutekommen sollte. Wie die Rheinische Post berichtete, hatten die Malteser am 22. November diesen Jahres das Jubiläum ihres sechzigjährigen Bestehens mit Vertretern der Parteien und Fraktionen in der Stadthalle in Ratingen gefeiert. Zu diesem Anlass tätigte Bernd Ulrich eine private Spende in Höhe von 250€ auf das Konto der Malteser bei der Erzdiözese Köln, versehen mit dem Hinweis: „Für die Malteser in Ratingen. Vielen Dank“.  Wenige Tage später schickte die Erzdiözese den Betrag kommentarlos zurück.

Auf Nachfrage erläuterte  Kai Vogelmann, Sprecher der NRW-Malteser, in einem Telefonat am Montag dieser Woche gegenüber Bernd Ulrich sinngemäß: Man nähme  Anstoß an der kritischen Haltung der AfD zur Verbringung von Migranten über die Mittelmeerroute nach Europa. Diese Einstellung sei mit kirchlich-katholischen Glaubensgrundsätzen der Malteser nicht vereinbar und daher wolle man keine Spendengelder von Mitgliedern der Alternative für Deutschland annehmen.

Dazu äußert Bernd Ulrich: „ Selbstverständlich habe ich Herrn Vogelmann meine Gesprächsbereitschaft zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Diskutanten zu dem Thema angeboten. Ich habe auf meine jahrelange Spendenpraxis zugunsten humanitärer Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Cap Anamur  verwiesen. Wir können die erzbischöfliche Dogmatik nicht nachvollziehen.

Wir wissen uns mit unserer Haltung in guter Gesellschaft etwa mit dem Präsidenten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), welcher sich wie folgt geäußert hat: „Wer Menschen aus echter oder inszenierter Seenot aufnimmt, um sie nach Europa zu transferieren, macht sich moralisch mitschuldig am Tode unzähliger Menschen, die erst aufgrund der Taxidienste der sogenannten Seenotretter dazu ermutigt werden, die Einwanderung über das Mittelmeer zu versuchen.“ Und weiter: Die europäische Einwanderungspolitik dürfe nicht kriminellen Menschenschmugglern und den Taxidiensten sogenannter Seenotretter überlassen werden.“

Leider hat die katholische ablehnende Haltung gegenüber der Alternative für Deutschland  bereits in der Vergangenheit Spendendiskriminierung bewirkt: Der Sozialdienst katholischer Frauen verweigerte Spenden, welche zum Schutz gewaltbedrohter Frauen und Kinder bestimmt waren.  Die Rheinische Post hatte darüber berichtet.

Bernd Ulrich: „Meine Spende vom November 2019 war für die Malteser in Ratingen gedacht. Zum einen, um einen Beitrag für ihre Jubiläumsfeier zu leisten, zu der sie mich eingeladen hatten, zum anderen zur Unterstützung ihrer Arbeit hier vor Ort. Es ist ja nicht nur mit dem guten Willen und der Zeit der Ehrenamtlichen getan, sondern Gerätschaften, Material, Ausrüstung und Schulungen kosten Geld. Ich hoffe immer noch einen Weg zu finden, unseren Helferinnen und Helfern in Ratingen die für sie bestimmte Unterstützung zukommen zu lassen.“

Hier nun zum Vergleich, was die Rheinische Post dann tatsächlich abgedruckt hat:

Rheinische Post Ratingen 25. Jan. 2020

Das konnte ich nicht widerspruchslos hinnehmen. Und so schrieb ich erneut an die Ratinger Lokalredaktion:

27.1. 2020  Haben Sie vielen Dank, daß Sie diesen skandalträchtigen Vorgang aufgegriffen haben. Leider ist der Kontext dem unbefangenen Leser nicht ganz verständlich, zumal der Eindruck entstehen konnte, daß es sich bei der Spende um Parteigelder handelt. Dem ist beileibe nicht so; in diesem Fall hätte ich mich sogar der Veruntreuung schuldig gemacht. Ich bitte daher darum, Ihren Lesern  diese Erläuterung zukommen zu lassen:

Bernd Ulrich dementiert, daß es sich bei der Spende an die Malteser um Gelder der Partei handelte. Vielmehr hatte er, wie andere Vertreter der Parteien, eine Einladung zur Jubiläumsfeier erhalten.  Bernd Ulrich: „Es gehört für mich zum guten Ton menschlichen Miteinanders, bei einer Feier, wo ich auf Kosten der Gastgeber Speis und Trank verzehre sowie das Unterhaltungsprogramm genieße, nicht mit leeren Händen zu erscheinen. Deshalb habe ich aus meinem privaten Vermögen diese Spende für die Ratinger Ortsgruppe der Malteser getätigt. Es ist grotesk, einerseits Vertreter der AfD zum Jubiläum der Malteser in die Ratinger Stadthalle einzuladen und anschließend genau diesen Gästen eine Gesinnung zu unterstellen, die sich „gegen die Menschenwürde“ richtet.  Auf meine Nachfrage, worauf er diese Haltung begründet, bezog sich der Pressesprecher Kai Vogelmann mir gegenüber in einem Telefonat sinngemäß auf die kritische Haltung der AfD zur Migration über die Mittelmeerroute. Ich habe daraufhin sowohl im Gespräch als auch schriftlich  um eine Unterredung gebeten, um dieses Vorurteil aus der Welt zu schaffen. Leider wurde dieses Gesprächsangebot bisher nicht angenommen. Ich stehe nach wie vor zu meinem Versprechen, hierüber zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Kontrahenten eine Diskussion zu führen.“

 Nebenbei bemerkt:  Ich habe bei früherer Gelegenheit auch der Ratinger FDP in Ratingen eine Spende zukommen lassen, wenn ich bei deren Neujahrsempfang verköstigt wurde. —– Ende des Textes der Richtigstellung.

Überflüssig zu erwähnen, daß diese Berichtigung nicht abgedruckt wurde

Ratinger Brauchtumsvereine: Neue Zumutungen der SPD

Normalerweise brauchen wir auf den Blödsinn der Ratinger SPD nicht zu reagieren. Die Unverfrorenheit, mit der die Genossen die örtlichen Brauchtumsvereine vor ihren Karren spannen wollten, reizte mich nun doch zum Widerspruch. Meine zugehörige Zuschrift an die RP, datiert vom 16. März, wurde allerdings deren Leserschaft vorenthalten.

Sehr geehrtes Redaktionsteam,

 ergänzend zu der Stellungnahme unserer Fraktion im Stadtrat zum Vorstoß der SPD teilen wir seitens des Stadtverbandes der AfD in Ratingen mit:

 In diesen Tagen, in denen die Menschen in diesem Land von existentiellen Sorgen und Nöten geplagt werden, hat die Ratinger SPD nichts besseres zu tun als zu versuchen, die heimischen Brauchtumsvereine an die Kandare zu nehmen. Nicht etwa im Sinne eines sozialen menschlichen Miteinanders, sondern zum genauen Gegenteil: Hetze und Ausgrenzung.  Das ist abstoßend und absurd.  Denn anstatt sich der politischen Sachdiskussion zu stellen und die eigenen Fehler selbstkritisch zu reflektieren, übt sich der hiesige SPD-Spitzenkandidat Wiglow  in sachfremder Diffamierung und gehässiger Aufwiegelung. Der verzweifelte Versuch, das organisierte Ratinger Brauchtum gegen die AfD zu instrumentalisieren wird sich als Rohrkrepierer erweisen. Denn die selbstbewussten und bodenständig  verwurzelten  Bruderschaften und Vereinigungen werden sich wohl kaum von dem SPD-Mann, dem es nach dem Bürgermeisteramt gelüstet, Vorschriften machen lassen. Sie werden diese Übergriffigkeit als das betrachten, was es ist: Eine Zumutung.

 Der von den Genossen genannte Verweis auf den Düsseldorfer Klüngel geht fehl: Denn der zitierte Herr Inden ist als der mit dem „Goldenen Schaukelpferd“ dekorierte Organisator der Rheinkirmes bekannt für seine  übergroße Nähe zur hohen Politik, insbesondere zum Düsseldorfer SPD-OB und hat sich damit als unbefangener Ratgeber selber disqualifiziert.  Eine Hand wäscht die andere, daß wussten schon die alten Römer.

 Nun sind wir in Ratingen  von Herrn Wiglow so einiges gewohnt. Erstaunlich ist aber,  daß die für ihre eher ruhige und besonnene Art bekannte Abgeordnete Müller-Witt  in das gleiche Horn tutet. Ein untrügliches Zeichen, wie groß die Angst und Panik der ehemaligen Volkspartei vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit sein muß. Mit derlei Aktionen wird sie indessen den freien Fall nicht mehr aufhalten.  Dabei ist es geradezu grotesk, wenn die  besagte  Landtagsabgeordnete „Respekt und Toleranz“ einfordert. Denn der Vorstoß der Ratinger SPD beinhaltet genau das Gegenteil: Diffamierung  und Diskriminierung. Mit den Spielregeln von Demokratie und Fairness hat das nicht mehr das Geringste zu tun.

 Mit freundlichen Grüßen  Bernd Ulrich

 

Äusserste Blässe

Eine unqualifizierte Blödelei  der Ratinger Lokalredaktion der RP zum Ergebnis der Bundestagswahl veranlasste mich zu diesem persönlichen Schreiben:

Werter Herr Kleeberg,

   mit einem gewissen Schmunzeln nahm ich Ihre gestrige Zuschreibung in der RP zur Kenntnis: „Bernd Ulrich, der im Wahlkampf äußerst blass blieb… “ Ich werte das als Kompliment. Denn mit Sicherheit haben Sie und Ihre Zunft mich auf braune Flecken untersucht. Fehlanzeige! Dabei hatten Sie genügend Untersuchungsmaterial: Etwa Hunderte von Blog-Einträgen, die ich in den letzten Jahren verfasst hatte. Die Internet-Adresse stand auf jedem meiner Wahlplakate. Vermutlich waren die Texte einfach zu schwere Kost. Und auch bei den Podiumsdiskussionen, über die die RP nur rudimentär und selektiv berichtet hatte, fand sich bei mir kein braunes Haar in der Suppe. Dumm gelaufen für Enthüllungsjournalisten.

 Ich kann mit meiner Farblosigkeit gut leben. Mit Rot oder gar Grün habe ich ohnehin nichts am Hut. Vor Jahrzehnten war ich politisch mal gelb, lange bevor diese Farbe zu Magenta mutierte. Diese Episode hatte ich der RP zwar im Interview mitgeteilt, selbige fand es indessen nicht erwähnenswert gegenüber ihrer Leserschaft. Blauäugig bin ich auch nicht, sonst wäre ich den Provokationen des einen oder anderen Moderators bei den Podiumsdiskussionen auf den Leim gegangen.    

 Dass Sie meine gestrige Presseerklärung nicht abgedruckt haben: Geschenkt. Aber dass Sie Ihren Lesern die Gesamtergebnisse des Wahlkreises Mettmann Nord, zu dem auch Ratingen gehört, vorenthalten: Das hätte ich nicht erwartet. Da muss der wissbegierige Zeitungsleser schon zur überregionalen FAZ greifen, um über die Mettmanner Ergebnisse informiert zu werden. Hier sind sie:

Quelle: FAZ

Gut, die FAZ spielt, was journalistische Qualität angeht, in einer anderen Liga. Aber die Veröffentlichung der Gesamtergebnisse des eigenen Wahlkreises hätte man von der Lokalredaktion der RP schon erwarten können. Lag es daran, dass die Zahlen für die AfD dort günstiger ausgefallen sind als bei der rein Ratinger Nabelschau?

 Wie dem auch sei, ich kann mir eine gewissen Schadenfreude nicht verkneifen. Dabei hatte sich doch Ihre Zentralredaktion auf den letzten Metern noch alle erdenkliche Mühe gegeben, um dem Wahlvolk politisch korrekte Denkweise einzutrichtern. Am Freitag wurde eine gehässige Karikatur veröffentlicht: Hitler goutiert in der Hölle das AfD-Programm. Und noch am Samstag forderte Eva Quadbeck im Leitkommentar: „Demokratisch wählen!“. Dieser Aufforderung ist Ihre Leserschaft zweifellos nachgekommen.  Aber nicht mit dem von  Ihnen erhofften Ergebnis.      

 Ihr Chefredakteur konstatiert heute resignierend: „Die Nazi-Keule ist wenig hilfreich“. Sollte sich hier ein Hoffnungsschimmer der Erkenntnis zaghaft über dem Horizont zeigen?

 Ich wünsche Ihnen einen guten Tag, mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich

Sprecher AfD Stadtverband Ratingen

Ich habe von der RP keine Antwort erwartet und auch keine erhalten. -Hier meine Pressemitteilung von Montag, dem 25.9., die von der RP nicht abgedruckt worden war:

Presseerklärung

 Ich danke als Direktkandidat und im Namen aller Parteimitglieder der AfD in Ratingen, Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath unseren  Wählerinnen und Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen und das hervorragende  Ergebnis bei den gestrigen Wahlen!  Nach den abgewirtschafteten ehemaligen Volksparteien CDU und SPD stellt die AfD nun die drittstärkste Kraft im Deutschen Bundestag!

 Der vom politischen Gegner und vielen Medien eingeübten Taktik der Ausgrenzung und Diffamierung blieb letztlich der Erfolg versagt. Viele Bürgerinnen und Bürger ließen sich nicht beirren und schenkten uns ihr Vertrauen und ihre Stimme.  Ich persönlich freue mich besonders, daß ich auch mit meinem Erststimmenergebnis den dritten Platz erobert habe. Über Elftausend Wählerinnen und Wähler in unserem Wahlkreis wollten mich direkt in den Bundestag entsenden.  Herzlichen Dank!

 Dank gilt auch den zahlreichen Helfern unseres Wahlkreises, die durch Spenden oder aktive Mitarbeit bei Informationsständen und beim Plakatieren zu diesem sehr erfreulichen Resultat beigetragen haben!

 Die von der lokalen Presse heute wiedergegeben Stimmen der  ortsansässigen Politiker etablierter Parteien  vom Wahlabend lassen leider die notwendige Distanz zum Wahlkampfgetöse und den eingeübten Ritualen vermissen.  Das und die kolportierten Einlassungen des Kreiswahlleiters  haben mich nachträglich in meinem Entschluss bestätigt, der Einladung ins Kreiswahlbüro nicht zu folgen und statt dessen den Wahlabend gemeinsam mit Freunden und Helfern zu verbringen.

 Ich gratuliere dem CDU-Kandidaten Dr. Peter Beyer zur erfolgreichen Verteidigung seines Direktmandates im Wahlkreis Mettmann II.

 Wir freuen uns über den Einzug der Alternative für Deutschland in den Deutschen Bundestag!  Wir sind zuversichtlich, mit kritischer Parlamentsarbeit auch aus der Opposition heraus einen wichtigen Einfluss zu nehmen auf die Gestaltung der Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Ratingen, 25.9.2017, Bernd Ulrich

 

 

Mut zur Lücke!

Liebe Freunde;

  Fünf neue Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Mettmann“, so titulierte die Rheinische Post vor einigen Tagen. Ein kleiner Schönheitsfehler: Tatsächlich sind es sechs. Herbert Strotebeck, frischgebackener Landtagsabgeordneter der AfD, wohnhaft in Erkrath und damit eindeutig ein Bürger aus dem Kreis Mettmann, fällt in der Reportage der RP einfach unter den Tisch. Sein Einzug in das NRW-Parlament wird von dem vierköpfigen  Reporterteam der RP mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/aus-me-im-landtag-fuenf-neulinge-berichten-aid-1.6861291

Nun fragt sich der geneigte Leser, der es besser weiß: Kann die RP zwar noch bis fünf, aber nicht mehr bis sechs zählen? Ist das etwa schon ein Kollateralschaden rot-grüner Bildungspolitik, daß Journalisten nicht über die Anzahl der Finger einer Hand hinaus addieren können? Oder war es schlichtweg Schludrigkeit? Dabei hatte uns doch Michael Bröcker, Chefredakteur des rheinländischen Provinzblattes direkt nach der Wahlnacht in seinem Leitkommentar am 15. Mai diesen Jahres versprochen: Bei der AfD werden wir im Landtag genau hinschauen.

Nun fragt man sich: Hat die Rheinische doch nicht so genau hingeschaut? Oder haben die Reporter ganz einfach „Mut zur Lücke“ bewiesen? Das wäre dann ein neues Indiz für die Zuschreibung „Lückenpresse“, eine Vokabel, die bei Betrachtern der deutschen Medienlandschaft zunehmend an Popularität gewinnt.  Schade eigentlich, hatte doch der Chefredakteur  noch kürzlich noch versprochen: Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig:

Meine Meinung: Ich brauche gar nicht den besten Journalismus. Guter würde mir schon genügen.

 Herzliche Grüße, Euer

Bernd

Sarrazin in Hösel

An Regionalredaktion RP Ratingen

CC: Lesungsteilnehmer

 Betr.: Ihre Ausgabe am 9.Juni: Autorenlesung

 Sehr geehrter Herr Kleeberg,

 die Erwartungen an die journalistische Qualität waren nicht besonders hoch, als sich am Nachmittag des 7. Juni Ihr Kollege meldete, um bei der Autorenlesung mit Dr. Thilo Sarrazin im Haus Oberschlesien dabei sein zu dürfen. Klar, warum nicht? Wenn er Eintritt bezahlt wie jeder andere auch. Aber da fing das Quengeln schon an, er dürfe keine Karte kaufen. Man ließ ihn endlich aus Mitgefühl  herein, schließlich hatte sich der Arme extra auf den weiten Weg gemacht. Irgendwie muß er ja auch seine Brötchen verdienen. Obgleich er nicht den Eindruck vermittelte, als wenn er an Nahrungsmangel  leiden würde. Bekanntlich hat sich Thilo Sarrazin bei einer gewissen Klientel keine Freunde gemacht, als er  feststellte, dass Unterernährung das geringste Problem der Hartz-IV-Bezieher sei.

 Aber was dann abgeliefert wurde: naja. Es ist schon ein Glanzstück, eine ganze halbe Zeitungsseite über eine Bücherlesung zu schreiben, ohne den Titel des Werkes zu nennen. Von der Logik des Aufbaus und dem  Inhalt des Werkes,  über das Thilo Sarrazin ausführlich referierte, ist in dieser „Reportage“ nichts zu finden. Stattdessen das gewohnte obligatorische  AfD-Bashing und dann noch mal ein Tritt in Richtung Sarrazin. – Nicht auszuschließen, dass der entsandte Kollege den durchaus anspruchsvollen  Gedankengängen des Autors geistig gar nicht folgen konnte. – Gut möglich, dass er auf Randale innerhalb und außerhalb der Lesung gewartet hat, vielleicht auch, weil er über einen neuen Tortenwurf als erster exklusiv berichten wollte. Für Skandaljournalisten war der Ablauf des Abends sicher eine große Enttäuschung. Keine Schmierereien, keine eingeschlagenen Fensterscheiben, kein tobender Mob.

 Mag sein, dass sich Ihr Kollege schließlich  in Gesellschaft des gehobenen Höseler Publikums deplatziert vorkam: Jedenfalls wurde er beim Abschluss der Veranstaltung nicht mehr gesehen.  Schade eigentlich, denn das Schlusswort ging in Richtung Rheinische Post, deren Politredakteur Mayntz die Einladung zur Lesung  und Diskussion nicht beantwortet hatte.

 Mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich