Cancel Culture

Rheinische Post und AfD: Ein zerrüttetes Verhältnis. Unsere Schuld ist das nicht.

Ich unterscheide mal zwei  Ebenen: Zentralredaktion und die Regionalbüros,  hier insbesondere hier die Ratinger Niederlassung.  Auf der oberen Ebene des Polit-Ressorts des Rheinischen Zeitungsmonopolisten herrscht die offene Feindschaft gegenüber der AfD; ein mit allen Mitteln ausgetragener Vernichtungskampf zur Ausschaltung einer Oppositionspartei.  Die jüngste Wahlniederlage der Union hat es nur noch schlimmer gemacht: Unbändige Wut in den rheinischen Redaktionsstuben, die traditionell stets der CDU zugeneigt waren.

Erinnern wir uns: Die RP hatte den (noch) CDU-NRW-Ministerpräsidenten bereits zu einem Zeitpunkt als Merkels Nachfolger hofiert, als von einem Kandidaten Laschet in der Union noch keine Rede war. Damals waren  noch Namen wie Spahn und Karrenbauer im Rennen.  Umso größer  ist nun die Enttäuschung. Diffamierung und Ausgrenzung, das sind die probaten Mittel der auf die AfD abgerichteten Wadenbeißer in den Redaktionsstuben.  An vielen Ausgabetagen wird die AfD, bislang immerhin die größte Oppositionspartei im Bundestag und in allen Landesparlamenten vertreten,  mit keiner einzigen Silbe auf irgendeiner x-beliebigen Seite der Gazette erwähnt. Einfach totgeschwiegen, so als ob es uns überhaupt nicht gäbe. Und wenn dann doch mal über uns berichtet wird: Immer nur mit schmutzigen Beiwerk und stets im negativen, meist sogar im verächtlichen Zusammenhang.  Die Botschaft ist klar: Mit so ekeligen Schmuddelkindern spielt man nicht. Soweit, so schlecht und auch allgemein bekannt. Tatsächlich bekennt sich der Chefredakteur offen und unverblümt zum „Haltungsjournalismus“.

Ratingen: Hier hatte die lokale Dependance der RP mit uns als AfD-Stadtverband gute Geschäfte gemacht. In 2020 hatten die für unsere Inserate zur Kommunalwahl  über dreitausend Euro kassiert. Aber auch da wurden wir  reingelegt: Die Inserate wurden meist im lokalen Sportteil abgedruckt, nicht in den politischen Rubriken. Bekanntlich hatte es zuvor ja das Ratinger Wochenblatt („Roter Punkt“) abgelehnt von uns Inserate anzunehmen.  Auch in 2021 sorgten wir für Umsatz bei der RP: Für insgesamt drei Beilagen (zweimal Wahlprogramm und einmal Themenflyer) vereinnahmten die ebenfalls fast dreitausend Euro. Das ist zwar bedeutend weniger als das, was die von anderen Parteien oder von der Bundesregierung kriegen, aber immerhin.

Wer nun glaubt, daß wir damit ein freundliches Verhältnis seitens der Lokalredaktion befeuert hätten, den muß ich leider enttäuschen. Ratingen ist nicht Wien. Zwar äußert die hiesige Lokalredaktion keine offene Feindseligkeit uns gegenüber, aber die eine oder andere Gemeinheit lassen die sich schon einfallen. Meist in der Form, daß unsere Presseberichte bzw. die dort angesprochenen Themen gar nicht veröffentlicht  werden, selbst dann, wenn die Punkte als Tagesordnung für öffentliche Ratsversammlungen auftauchten.  So wollten wir eine kostenpflichtige Beilage über unsere Ratstätigkeit in der RP unterbringen: Die wurde brüsk abgelehnt. Begründung: Offizielles Werbematerial der Bundespartei: ja, spezielle Ratinger Themen: Nein! Logisch: Die RP verschweigt einfach unbequeme Sachverhalte vor ihren Lesern, auch auf lokaler Ebene. Hierzu einige  Beispiele; die Aufzählung ist nicht vollständig:

– Unser Antrag zum Indoorspielplatz in der Innenstadt

– unser Antrag zur Ablehnung der Gendersprache im Ratinger Amtsdeutsch

– Mein  Schenkungsangebot über 10.000€  zur Renovierung der Markttoilette

– Die Resolution zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge

Das Ganze hat eine lange, ungute, bösartige Tradition.  Als Dr. Sarrazin im Jahr 2017 eine  Bücherlesung bei uns in Ratingen veranstaltete, da hatten wir die Lokalpresse neun Wochen vorher ausführlich über Thema, Zeit und Ort informiert. Kein Sterbenswörtchen in der Presse! Weder in der RP noch NRZ noch WZ oder den kostenlosen Anzeigeblättern Dumeklemmer oder Roter Punkt.

Wenn allerdings bei unseren öffentlich angekündigten Treffen dann  die bekannten Querulanten auftauchen um Stunk zu machen, dann nimmt die wohlwollende Berichterstattung über diese „Aktivisten“ und ihr Krakeelen regelmäßig  einen breiteren Raum in den Zeitungsspalten ein. Unsere eigene Veranstaltung wird, wenn überhaupt, dabei dann nur am Rande erwähnt. So etwa bei dem Vortrag von Dr. Espendiller im letzten Jahr als auch bei unserem Infostand am Markt mit unserer Direktkandidatin Jessica Malisch.

In einer Antwort auf eine unserer Beschwerden beruft sich die RP sogar auf das Recht zur unvollständigen bzw. Falschberichterstattung; ich zitiere:  ..Obwohl es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Fehler um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt, setzt der Berichtigungsanspruch zusätzlich voraus, dass die Berichtigung des Textes zur Beseitigung einer fortdauernden Rufbeeinträchtigung des Betroffenen erforderlich ist. Dabei ist das Berichtigungsinteresse des Betroffenen gegen das Interesse der Medien abzuwägen, eine einmalig geäußerte Behauptung nicht förmlich zurücknehmen zu müssen, da dies einen recht schweren Eingriff in die Pressefreiheit darstellt….

 Im Klartext: Eine falsche Tatsachenbehauptung ist durch Pressefreiheit gedeckt. Da verschlägt es einem glatt die Sprache, da fehlen einfach die Worte.

Cancel Culture, ein zutreffender Begriff für dieses inzwischen weit verbreitete Phänomen in der einstmals freien westlichen Welt. Unliebsame Themen und die Diskussionen darüber werden ganz einfach unterdrückt.  Meine Meinung: Mit Kultur hat das nichts zu tun! Das ist organisierte Volksverdummung!

Rheinische Post: Leider werden wir auch künftig auf diesen Meinungsmonopolisten angewiesen sein. Denn wir erreichen längst nicht alle unserer potentiellen Wähler  über die sozialen Netzwerke. Bis es soweit ist muß noch manches dicke Brett gebohrt werden.

RP: Recht auf Falschberichterstattung

Kein Zweifel: Die Rheinische Post befindet sich bereits im Wahlkampfmodus. Anders sind die Nickeligkeiten gegen die AfD selbst im Sportteil (!) nicht zu erklären. Hier das jüngste Beispiel: In der Berichterstattung über eine Ratsdebatte zum Thema Handball in Ratingen wird  der  Fraktionsvorsitzende Werner Kullmann in der Ausgabe vom 13.5.wie folgt verunglimpft: „Werner Kullmann (AfD) weist zunächst auf seine eigene sportliche Vergangenheit (unter anderem „jahrelang Kassierer bei einem Fußball-Bundesligisten“) hin“KassiererDie Absicht ist eindeutig: Werner Kullmann soll  lächerlich gemacht werden. Es wird so getan, als wenn seine Sportlerkarriere im wesentlichen diejenige eines Kassierers gewesen sei. Daß  er mehrfach an Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Seniorenklasse teilgenommen hat und gute Platzierungen erreichte, wird dem Zeitungsleser absichtsvoll vorenthalten.

Das wollte Werner Kullmann nicht auf sich sitzen lassen. Hier aus dem Beschwerdebrief an die RP :

…..Richtig ist vielmehr: Werner Kullmann war nie Kassierer bei einem Fußballbundesligisten und hat derlei auch nie behauptet. Werner Kullmann äußerte sich wortgemäß bei der Sitzung des HAFA wie folgt: „Als Kassierer einer Ratinger Handballmannschaft, die ich bis in die 2. Bundesliga begleitete, weiß ich, was eine Kontaktsportart ist. (Das wusste Herr Vogt von der BU anscheinend nicht). In der Leichtathletik habe ich für Ratingen die Deutschen Senioren Meisterschaften mitgemacht, da (in dieser Sportart) ist es nicht so (Kontakt, Halle).

Die Handballer, die aufsteigen wollen (RP nach oben kommen wollen?), haben noch ihren Beruf und dort Kontakte. (Zu Mitarbeitern außerhalb der Handballmannschaft). Deshalb ist es für mich unter den Corona Gesetzen ein NoGo. Ich bin gegen eine Bevorzugung einer Mannschaft im Kontaktsport in der Halle. Deshalb lehne ich diesen Antrag ab. Sie (die Sportler) können sich noch später auszeichnen. Sie sind ja keine Profis, wie z.B. Bayern München. (Die nur davon leben)

 Wir fordern Sie hiermit auf, die unwahre Tatsachenbehauptung unverzüglich aus Ihrem Online-Artikel zu entfernen und in der nächsten Ausgabe Ihrer Printzeitung eine entsprechende vollständige Richtigstellung abzudrucken.   Andernfalls behalten wir uns presserechtliche Schritte vor. – Der derzeitige Text gibt zudem durch die Wortkombination  „ Sportliche Vergangenheit als Kassierer“  den so Dargestellten unverdientermaßen der Lächerlichkeit preis. Die Richtigstellung hat dies „richtig zu stellen“.  

 Werner Kullmann ergänzt: „Die Bezeichnung „Kassierer“ gab es tatsächlich damals im DJK Turnerbund 08 Ratingen. Die habe ich auch so weitergegeben als „Kassierer eines Ratinger Sportvereins, dessen Handballmannschaft ich bis zur 2. Bundesliga begleitet habe“. Außerdem war ich über 50 Jahre Mitglied im besagten DJK Turnerbund 08 Ratingen, mehrere Jahre im Vorstand und als Leichtathlet erfolgreich, für den Verein zweimal mit dem 4. Platz im Dreisprung der Deutschen DJK Meisterschaften und einmal Niederrheinmeister, bevor ich vor 3 Jahren als ältester Wettkampfsportler in die Leichtathletikabteilung des TV Ratingen wechselte.“

 Tatsächlich bequemte sich die RP zu einer unvollständigen Korrektur im Online-Ausgabe. Fußball wurde gegen Handball ausgewechselt. Das war‘s. Interessant ist die Begründung der Rheinischen Meinungsmacher, Zitat:  „..Obwohl es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Fehler um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt, setzt der Berichtigungsanspruch zusätzlich voraus, dass die Berichtigung des Textes zur Beseitigung einer fortdauernden Rufbeeinträchtigung des Betroffenen erforderlich ist. Dabei ist das Berichtigungsinteresse des Betroffenen gegen das Interesse der Medien abzuwägen, eine einmalig geäußerte Behauptung nicht förmlich zurücknehmen zu müssen, da dies einen recht schweren Eingriff in die Pressefreiheit darstellt….“

 Im Klartext: Eine falsche Tatsachenbehauptung ist durch Pressefreiheit gedeckt. Da verschlägt es einem glatt die Sprache, da fehlen einfach die Worte. Hier die passende Antwort: 

Sehr geehrte Frau…

  haben Sie Dank für Ihre Erläuterungen, die nichtsdestotrotz ein Gefühl der Bitterkeit zurücklassen. Denn natürlich ist mein Ansehen beschädigt und das war auch die eigentliche Absicht des Autors in diesem Absatz. Ob nun Handball- oder Fußballmannschaft ist letztlich unerheblich für die Rezeption beim Leser, zumal die unvollständige Korrektur ohnehin hinter einer Bezahlschranke verborgen ist. Meine Reputation besteht aber vornehmlich in der Begleitung einer hochklassigen Handballmannschaft, denn Hallenhandball und nicht Fußball war hier Thema in dem Artikel.

 Der Text suggeriert, daß meine sportliche Vergangenheit im wesentlichen die eines Kassierers war. Damit wird meine Person und meine Sportkompetenz im Gesamtzusammenhang der Lächerlichkeit preisgegeben. Selbst früher Leistungssportler, habe ich zudem nicht nur Vorstandsarbeit gemacht, sondern auch mit den Handball-Leistungssportlern meines Vereins vor ihrem Aufstieg mit trainiert. Wer sollte sich da von den anwesenden Kommunalpolitikern als betroffener Sportler und Vereinsfunktionär besser auskennen? Dass ich zudem noch vor 2 Jahren zu Deutschen Senioren Meisterschaften der Leichtathletik für Ratingen angetreten bin, wird wissentlich verschwiegen oder als „Erzählungen“ abgetan. Denn in dem nächsten Absatz folgte noch hämisch:  „…die Grünen lehnen den Antrag auch ab ganz ohne Erzählungen von eigenen sportlichen Betätigungen“.

 Sie weigern sich, in der Druckausgabe eine Berichtigung vorzunehmen und zwar mit Hinweis auf „Pressefreiheit“. Wenn Pressefreiheit nach dieser Definition auch bewusste Falschmeldungen und das Weglassen wichtiger Kontext-Informationen  beinhaltet: Dann brauchen Sie sich über Zuschreibungen wie „Lückenpresse“ oder gar „Lügenpresse“ nicht zu wundern.

 Die fragliche Druckausgabe hatte eine Auflage von über 5.000 Exemplaren. Auch wenn es sich nur um eine Tagesmeldung handelte: Es bleibt immer etwas hängen.  

 Ihr juristisch formuliertes Schreiben werden wir in dieser Form nicht veröffentlichen. Den Vorgang als solchen werden wir auf unseren sozialen Netzwerken thematisieren. Diese „Freiheit“ nehmen wir uns.

MfG Werner Kullmann 

Soweit der Text von Werner Kullmann. Nebenbei bemerkt: In der Doppelausgabe vom 13.5 (Himmelfahrt) war die genannte Gehässigkeit die einzige (!) Erwähnung der AfD überhaupt. Die RP gibt sich nämlich  alle Mühe, außer einem gelegentlichen Verriss nichts von der größten Oppositionspartei im Bundestag zu berichten.

Frohe Pfingsten!

Pressemitteilung: Ablehnung einer Spende für die Malteser in Ratingen

22.1.2020 Die AfD in Ratingen teilt mit:

Der AfD-Stadtverband Ratingen, vertreten durch seinen Sprecher Bernd Ulrich, beklagt die Ablehnung einer Spende in Höhe von 250€, die der Ratinger Ortsgruppe der Malteser zugutekommen sollte. Wie die Rheinische Post berichtete, hatten die Malteser am 22. November diesen Jahres das Jubiläum ihres sechzigjährigen Bestehens mit Vertretern der Parteien und Fraktionen in der Stadthalle in Ratingen gefeiert. Zu diesem Anlass tätigte Bernd Ulrich eine private Spende in Höhe von 250€ auf das Konto der Malteser bei der Erzdiözese Köln, versehen mit dem Hinweis: „Für die Malteser in Ratingen. Vielen Dank“.  Wenige Tage später schickte die Erzdiözese den Betrag kommentarlos zurück.

Auf Nachfrage erläuterte  Kai Vogelmann, Sprecher der NRW-Malteser, in einem Telefonat am Montag dieser Woche gegenüber Bernd Ulrich sinngemäß: Man nähme  Anstoß an der kritischen Haltung der AfD zur Verbringung von Migranten über die Mittelmeerroute nach Europa. Diese Einstellung sei mit kirchlich-katholischen Glaubensgrundsätzen der Malteser nicht vereinbar und daher wolle man keine Spendengelder von Mitgliedern der Alternative für Deutschland annehmen.

Dazu äußert Bernd Ulrich: „ Selbstverständlich habe ich Herrn Vogelmann meine Gesprächsbereitschaft zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Diskutanten zu dem Thema angeboten. Ich habe auf meine jahrelange Spendenpraxis zugunsten humanitärer Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Cap Anamur  verwiesen. Wir können die erzbischöfliche Dogmatik nicht nachvollziehen.

Wir wissen uns mit unserer Haltung in guter Gesellschaft etwa mit dem Präsidenten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), welcher sich wie folgt geäußert hat: „Wer Menschen aus echter oder inszenierter Seenot aufnimmt, um sie nach Europa zu transferieren, macht sich moralisch mitschuldig am Tode unzähliger Menschen, die erst aufgrund der Taxidienste der sogenannten Seenotretter dazu ermutigt werden, die Einwanderung über das Mittelmeer zu versuchen.“ Und weiter: Die europäische Einwanderungspolitik dürfe nicht kriminellen Menschenschmugglern und den Taxidiensten sogenannter Seenotretter überlassen werden.“

Leider hat die katholische ablehnende Haltung gegenüber der Alternative für Deutschland  bereits in der Vergangenheit Spendendiskriminierung bewirkt: Der Sozialdienst katholischer Frauen verweigerte Spenden, welche zum Schutz gewaltbedrohter Frauen und Kinder bestimmt waren.  Die Rheinische Post hatte darüber berichtet.

Bernd Ulrich: „Meine Spende vom November 2019 war für die Malteser in Ratingen gedacht. Zum einen, um einen Beitrag für ihre Jubiläumsfeier zu leisten, zu der sie mich eingeladen hatten, zum anderen zur Unterstützung ihrer Arbeit hier vor Ort. Es ist ja nicht nur mit dem guten Willen und der Zeit der Ehrenamtlichen getan, sondern Gerätschaften, Material, Ausrüstung und Schulungen kosten Geld. Ich hoffe immer noch einen Weg zu finden, unseren Helferinnen und Helfern in Ratingen die für sie bestimmte Unterstützung zukommen zu lassen.“

Hier nun zum Vergleich, was die Rheinische Post dann tatsächlich abgedruckt hat:

Rheinische Post Ratingen 25. Jan. 2020

Das konnte ich nicht widerspruchslos hinnehmen. Und so schrieb ich erneut an die Ratinger Lokalredaktion:

27.1. 2020  Haben Sie vielen Dank, daß Sie diesen skandalträchtigen Vorgang aufgegriffen haben. Leider ist der Kontext dem unbefangenen Leser nicht ganz verständlich, zumal der Eindruck entstehen konnte, daß es sich bei der Spende um Parteigelder handelt. Dem ist beileibe nicht so; in diesem Fall hätte ich mich sogar der Veruntreuung schuldig gemacht. Ich bitte daher darum, Ihren Lesern  diese Erläuterung zukommen zu lassen:

Bernd Ulrich dementiert, daß es sich bei der Spende an die Malteser um Gelder der Partei handelte. Vielmehr hatte er, wie andere Vertreter der Parteien, eine Einladung zur Jubiläumsfeier erhalten.  Bernd Ulrich: „Es gehört für mich zum guten Ton menschlichen Miteinanders, bei einer Feier, wo ich auf Kosten der Gastgeber Speis und Trank verzehre sowie das Unterhaltungsprogramm genieße, nicht mit leeren Händen zu erscheinen. Deshalb habe ich aus meinem privaten Vermögen diese Spende für die Ratinger Ortsgruppe der Malteser getätigt. Es ist grotesk, einerseits Vertreter der AfD zum Jubiläum der Malteser in die Ratinger Stadthalle einzuladen und anschließend genau diesen Gästen eine Gesinnung zu unterstellen, die sich „gegen die Menschenwürde“ richtet.  Auf meine Nachfrage, worauf er diese Haltung begründet, bezog sich der Pressesprecher Kai Vogelmann mir gegenüber in einem Telefonat sinngemäß auf die kritische Haltung der AfD zur Migration über die Mittelmeerroute. Ich habe daraufhin sowohl im Gespräch als auch schriftlich  um eine Unterredung gebeten, um dieses Vorurteil aus der Welt zu schaffen. Leider wurde dieses Gesprächsangebot bisher nicht angenommen. Ich stehe nach wie vor zu meinem Versprechen, hierüber zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Kontrahenten eine Diskussion zu führen.“

 Nebenbei bemerkt:  Ich habe bei früherer Gelegenheit auch der Ratinger FDP in Ratingen eine Spende zukommen lassen, wenn ich bei deren Neujahrsempfang verköstigt wurde. —– Ende des Textes der Richtigstellung.

Überflüssig zu erwähnen, daß diese Berichtigung nicht abgedruckt wurde

Die Humorseite der RP: Wahlplakate

Humor ist am schönsten, wenn er unfreiwillig ist.

 Diese alte Lebensweisheit kam mir in den Sinn, als ich gestern die ganzseitige „Expertenkritik“  an den Wahlplakaten der Parteien in unserer vertrauten Rheinischen Post vorgesetzt bekam. Tatsächlich fand ich mein Konterfei im  letzten Absatz wieder, direkt neben dem Kandidaten der Linken. Was soll’s, ich bin da schmerzfrei und ohne Berührungsängste.

Aber dann der Kommentar der „Experten“ zu meinem Plakat:   „…unvorteilhafte, schmutzige und fehlerhaft wirkende Mischfarben….Jedoch besitzt das Plakat zu viele zusätzliche Informationselemente“. Okay, die drei Schlagworte „Sicherheit. Recht. Ordnung.“  beinhalten nach Einschätzung der Kritiker bereits ein Zuviel an Information.  Hingegen wird das Plakat der FDP mit der ellenlangen Litanei, die manch biblischen Psalm an Wortreichtum noch übertrifft, belobigt: „Das FDP-Plakat ist technisch sehr gut gemacht … Die Plakat-Elemente Partei, Kandidatin und Botschaft sind gut angeordnet“.  Na sowas. Damit Autofahrer den Text wirklich aufnehmen, bedarf es nicht nur einer sehr langen Verweildauer im Stau oder vor der Ampel, sondern auch eines scharf gestellten Fernglases, das nicht jedermann im Handschuhfach mit sich führt.

Der Headline der Kandidatin Pannes lautet: „Echt. Jetzt.“ Nanu, denkt sich der unbefangene Medienkonsument, wie ist das zu deuten? Hat die freidemokratische Frau etwa unechtes bisher vorgetäuscht und gelobt ab  jetzt Besserung? Selbst der „Experte“  hat da seine Assoziationen und schreibt dazu: „Die Headline ist kurz und prägnant, besitzt durch ihre Doppeldeutigkeit Originalität und Merkfähigkeit“.

Zurück zu mir. Da urteilt der Kunstkritiker über mein Design: .. Zudem ist die Deutschlandflagge bei der CDU ein durchgängiges Element und dadurch für einen klar abgrenzenden Auftritt (Anm.: In meinem Plakat) nur bedingt tauglich.“   Die CDU und Deutschlandflagge? Da denkt doch jeder an die  legendäre Szene, in der die Kanzlerin ihren Generalsekretär maßregelt:  Wie eine Mutti, die ihren Knaben bei einer unanständigen Handlung ertappt hat. Mimik und Blick der Kanzlerin sprechen Bände: „Nein, sowas tut man nicht. Erst recht nicht in aller Öffentlichkeit, wo es jeder sehen kann“. Dabei diente die  Handbewegung des derart bloß Gestellten nur dem kleine Deutschlandfähnchen, das Gröhe fröhlich schwenken wollte.  Schwups, weg war es. Entsorgt von Merkel. Und weil die Sechs-Sekunden-Szene so schön ist, hier nochmal:

 http://www.free-xpress.de/index.php/component/content/article?id=302:video-merkel-entfernt-deutschlandfahne

 Die kurze Sequenz ist so bezeichnend, daß sie auch im Bestseller „Die Getriebenen“ von Robin Alexander Eingang gefunden hat.

 Zum schweren Job der Kritiker: Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, auch bei Wahlplakaten. Der eine hält das unrasierte Schwarz-weiß von Christian Lindner für einen echten Hingucker, ein anderer für ein Fahndungsfoto.

 Ich frage mich des Öfteren, wie so mancher Zeitgenosse zu seinen höheren Weihen als  „Experte“ mutiert. Vermutlich durch eine Schulung als Rehabilitationsmaßnahme eines Jobcenters,  mit denen Langzeitarbeitslose wieder vermittelbar werden sollen. Was soll’s,  das Honorar der RP sei ihnen gegönnt. Immerhin reichte es für eine ganze Seite.

 Und hier nun das volle Lesevergnügen:

 http://www.rp-online.de/nrw/staedte/mettmann/experten-bewerten-wahlplakate-aid-1.7029245

 Herzliche Grüße, Ihr

 Bernd Ulrich

 

Die zerplatzten Träume der Rheinischen Post

Liebe Freunde und Förderer,

   nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Noch am Donnerstag durfte sich die Redaktion der Rheinischen Post in den schönsten Blütenträumen wiegen.  In großen Buchstaben wurde auf Seite Eins, Zwei und Vier hoffnungsvoll sinniert: Möglicherweise darf die Alternative für Deutschland gar nicht zur Wahl antreten? Der Angstgegner der Etablierten ganz einfach per Formfehler kaltgestellt? Inhaltliche Auseinandersetzung überflüssig?

Was war passiert: Auf einer Versammlung des Kreisverbandes Recklinghausen zur Festlegung von  Delegierten zur Wahl  von Bundestagslistenplätze der AfD in NRW waren  3 (in Worten: drei) Teilnehmer noch nicht im Besitz einer gültigen Mitgliedsnummer. Das war zwar eine Regelwidrigkeit gegen die Parteisatzung, aber kein Verstoß gegen öffentliches Recht.  Schließlich ist jede Partei frei, wie sie ihre Satzung gestaltet. Wichtig ist lediglich, daß die Delegierten selber das Wahlrecht zum Bundestag haben. Das stand indessen gar nicht zur Diskussion. – Ein Maulwurf hatte den Bundeswahlleiter aufmerksam gemacht. Und der entschied nach gesundem Menschenverstand: Unerheblich für das Zustandekommen der Liste! Die AfD wird zur Bundestagswahl mit einer gültigen Liste antreten!

 Tja, mit einem Tag Verspätung muß nun die RP den schönen Tagtraum begraben. Zu ärgerlich aber auch. Doch das hindert unsere alte Bekannte, Frau Rathcke von der RP, in der heutigen Ausgabe nicht daran, über Dilettantismus zu sinnieren und ob man Dilettanten wählen soll:

Liebe Redakteur*Innen der Rheinischen Post:

 Wenn Ihr anschauliche Beispiele für Dilettantentum haben wollt, dann gebe ich Euch ein paar Tipps: Einfach mal in den Spiegel  schauen. Oder nach Düsseldorf: Da haben wir seit neuestem einen Ministerpräsidenten,  der Klausuren korrigiert, die gar nicht geschrieben wurden. Oder nach Berlin. Ein paar Stichworte: Asylchaos, fortwährende Konkursverschleppung in der Eurozone, verkorkste Energiewende. Nicht zu vergessen die Flughafenbaustelle oder die oberste Führung der Leyentruppe. Das sind nur ein paar Beispiele; die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

 Gottseidank gibt es eine Alternative zum regierungsamtlichen Dilettantismus. Auf den Wahlzettel am 24. September. Die Alternative für Deutschland. Die AfD.

 Herzliche Grüße, Euer 

 Bernd Ulrich

 

 

Julias missglückter Annäherungsversuch

Liebe Freunde,

es ist eine alte Angewohnheit von mir, die Zeitungen (ja, ich lese noch bedrucktes Papier) vor der Entsorgung in die blaue Tonne noch mal zu überfliegen. Und da fiel mir die traurige Geschichte eines missglückten Annäherungsversuchs ins Auge. Julia Rathcke, Redakteurin der RP, hatte im Wonnemonat Mai hübsche Bildchen von Marcus Pretzell, dem Objekt ihrer Begierde, nicht nur  fürs Poesiealbum gesammelt sondern auch noch publik gemacht:

Druckausgabe der RP vom 5.5.2017

Es war sicher mühevoll, aus einer Vielzahl von Schnappschüssen nun ausgerechnet diejenigen herauszusuchen, die den AfD-Chef von NRW möglichst fratzenhaft und unvorteilhaft aussehen lassen. In der Online-Ausgabe der RP wurde dem Betrachter zusätzlich auch das noch zugemutet:

Foto: dpa, mb kno

Quelle: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/afd-das-sind-die-fuehrenden-koepfe-bid-1.5809617

Dem unbefangenen Leser stellt sich die Frage nach dem Informationswert solcher Bilder, zumal wenige Tage vor der Landtagswahl in NRW. Dabei wäre es für die RP so einfach gewesen, ein vernünftiges Porträt  des Spitzenkandidaten der AfD zu präsentieren:

Die Reporterin hätte einfach nur eines der zahlreichen Wahlplakate abfotografieren müssen. Ohne die Augen zu verdrehen. Schade drum.  Kein Happy End. Aber vielleicht klappt’s ja beim nächsten Annäherungsversuch.

Mehr zum Thema hier: https://rheinischeprawdaleserbriefe.wordpress.com/2017/05/05/ratten-und-rheinische-post/

 

Mut zur Lücke!

Liebe Freunde;

  Fünf neue Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Mettmann“, so titulierte die Rheinische Post vor einigen Tagen. Ein kleiner Schönheitsfehler: Tatsächlich sind es sechs. Herbert Strotebeck, frischgebackener Landtagsabgeordneter der AfD, wohnhaft in Erkrath und damit eindeutig ein Bürger aus dem Kreis Mettmann, fällt in der Reportage der RP einfach unter den Tisch. Sein Einzug in das NRW-Parlament wird von dem vierköpfigen  Reporterteam der RP mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt:

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/aus-me-im-landtag-fuenf-neulinge-berichten-aid-1.6861291

Nun fragt sich der geneigte Leser, der es besser weiß: Kann die RP zwar noch bis fünf, aber nicht mehr bis sechs zählen? Ist das etwa schon ein Kollateralschaden rot-grüner Bildungspolitik, daß Journalisten nicht über die Anzahl der Finger einer Hand hinaus addieren können? Oder war es schlichtweg Schludrigkeit? Dabei hatte uns doch Michael Bröcker, Chefredakteur des rheinländischen Provinzblattes direkt nach der Wahlnacht in seinem Leitkommentar am 15. Mai diesen Jahres versprochen: Bei der AfD werden wir im Landtag genau hinschauen.

Nun fragt man sich: Hat die Rheinische doch nicht so genau hingeschaut? Oder haben die Reporter ganz einfach „Mut zur Lücke“ bewiesen? Das wäre dann ein neues Indiz für die Zuschreibung „Lückenpresse“, eine Vokabel, die bei Betrachtern der deutschen Medienlandschaft zunehmend an Popularität gewinnt.  Schade eigentlich, hatte doch der Chefredakteur  noch kürzlich noch versprochen: Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig:

Meine Meinung: Ich brauche gar nicht den besten Journalismus. Guter würde mir schon genügen.

 Herzliche Grüße, Euer

Bernd

Ratten und Rheinische Post

Volksschädling. Eine Vokabel, ein Schimpfwort aus Deutschlands dunkelster Epoche. Mitmenschen werden zu Schädlingen deklariert, gelten fortan als Ungeziefer wie Würmer, Flöhe, Wanzen, Läuse oder eben Ratten. Ratten: Diese Plagegeister gelten von jeher als besonders ekelerregend, abstoßend und gefährlich. Nicht von ungefähr bediente sich die Nazi-Propaganda mit dem Hetzfilm „Der ewige Jude“  genau dieser Bilder:

Ratten aus dem Nazi-Film „Der ewige Jude“

Dieser Film wurde 1940 gedreht und sollte die Bevölkerung einstimmen auf die bevorstehende Ausrottung der „Volksschädlinge“. Man sollte nun meinen, diese Zeiten seien längst überwunden. Mitnichten! Erst kürzlich vergriff sich ein deutsches Presseorgan, die „Rheinische Post“,  wieder ganz tief in der braunen Kiste:  Dieses Mal  wurden die AfD-Anhänger als Ratten dargestellt:  

RP-Ratte vom 29.1.2016 (Detail einer Zeichnung)

Solche Bilder sollen vor allem eins bewirken: Abstoßung, Furcht und Ekel. Diskussion? Überflüssig! Was macht man mit Ungeziefer? Richtig: Vergiften, totschlagen, ausmerzen.

Nun ist es, Gott sei es gedankt, noch nicht ganz so weit wie damals. Zwar sind AfD-Leute heutzutage allen möglichen Verunglimpfungen, Bedrohungen, Schikanen und Nachstellungen ausgesetzt. Ihre Autos werden abgefackelt, ihre Versammlungen gestört, die Häuser mit Farbe beschmiert und vereinzelt kommt es auch zu körperlichen Übergriffen.  Aber die Pogromstimmung hat noch nicht zu echten Pogromen mit Mord und Totschlag geführt. Noch nicht. Erstaunlich: Die Täter werden kaum zur Rechenschaft gezogen. Auch das erinnert an unselige Zeiten.

Nicht tot machen, aber mundtot machen, das ist das erklärte Ziel einer Medienlandschaft, die sich die AfD als Feindbild erkoren hat. Zum Abschuss freigegeben.  Nicht physisch, aber psychisch. Auch Verächtlichmachung, üble Nachrede, falsche Behauptungen, das alles gehört zum Repertoire. Viele machen mit. Die einen mehr, die anderen  weniger. Einige aus Überzeugung, andere für die Karriere,  die meisten wohl als bezahlte Schreiberlinge. Früher hieß es „Gesundes Volksempfinden“. Heute nennt sich das neudeutsch  „Mainstream“ ,  „Political Correctness“ oder schlichtweg „Kampf gegen rechts“. Die Hasstiraden pöbelnder Politiker gegen Andersdenkende mit Beschimpfungen wie Pack, Dödel, Abschaum oder Schande gießen zusätzlich Öl ins Feuer und stacheln den Mob weiter an.

Julia Rathcke von der Rheinischen Post. Von ihrem Boss, dem Herrn Chefredakteur Michael Bröcker, wurde sie auf die AfD angesetzt. Das gab er heute unumwunden zu. Wörtlich: „Deshalb habe ich vor mehr als einem Jahr eine junge Kollegin aus der Politikredaktion gebeten, sich der Partei zu nähern und zu berichten. Julia Rathcke tut dies seither.“  Und die „junge Kollegin“ hat geliefert. Die vorerst letzte Schnüffelstory erschien in der heutigen Ausgabe. Nicht ganz erfolgreich. Denn ein Interview mit der vormaligen Ehefrau des NRW-Sprechers kam nicht zustande. Und Frauke Petry habe „höhnisch gelacht“.  Die Yellow-Press lässt grüßen. Auch sonst interessierte sich die „junge Kollegin“ für die sexuelle Orientierung des AfD-Spitzenpersonals. So titelte sie kürzlich über Alice Weidel in einer RP-Schlagzeile: „Lesbisch“.

Homosexualität. Das war auch bei den Nazis ein beliebtes Thema zur Ausschaltung unliebsamer Konkurrenz.

Lassen wir es dabei bewenden.

Hier die Antwort der Rheinischen Post:

Von: Rathcke, Julia [mailto:Julia.Rathcke@rheinische-post.de] Gesendet: Samstag, 6. Mai 2017 10:33 An: Bernd Ulrich Betreff: Re: Ratten und  Rheinischen Post

Sehr geehrter Herr Ulrich,

in Sachen Nationalsozialismus haben Sie ja augenscheinlich einiges nachzuholen. Traurig, dass das immer noch so eine Bildungslücke zu sein scheint, gerade in der Generation, die es doch so viel besser wissen müsste. – Aber wie sagten Sie so schön:Jeder blamiert sich, wie er kann.

Schönes Wochenende   Rathcke Von meinem iPhone gesendet

Meine Replik, auf die ich bis heute(!) keine Antwort erhalten habe:

Sehr geehrte Frau Rathcke,

   haben Sie herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Ein gutes Zeichen, daß Sie meinen Text zu Ende gelesen haben. Der Herr Chefredakteur (gewissenhaft, engagiert, akkurat) hat sich übrigens noch nicht gemeldet, obwohl er bei früherer Gelegenheit schon des Öfteren persönlich geantwortet hat.

 Meine Generation: Wenn Sie damit andeuten, daß ich noch ein Zeitzeuge der NS-Diktatur wäre, so muß ich Sie leider korrigieren: So alt bin ich nun wiederum auch nicht.  Es wäre übrigens durchaus interessant in einem persönlichen Gespräch herauszufinden, wer von uns beiden die profunderen Kenntnisse in Sachen europäischer Geschichte und insbesondere der Epoche von Faschismus und Nationalsozialismus hat.  Trotz meines fortgeschrittenen Alters halte ich mich durchaus noch für neugierig und lernfähig.  – Sie hatten mir bei Ihrer vorletzten Mail (Causa Reichsbürger) ein persönliches Gespräch in Aussicht gestellt. Meine Kontaktdaten  haben Sie ja. Ich bin gespannt.

 Da ich im Urlaub die RP immer erst mit einem Tag Verspätung erhalte, hatte ich die hübsche Auswahl der acht (!) Pretzell-Porträts, mit denen die Print-Ausgabe Ihres „Annäherungsversuches“  garniert war,  noch nicht zur Hand, als ich meine Zeilen niederschrieb. Bemerkenswert, ein derartiger Verriss eines  Parteichefs so kurz vor der NRW-Wahl. Ein Schelm, der böses dabei denkt.  Was ich in Ihrem Artikel vermisst habe: Die Information, daß besagtes Objekt Ihres Annäherungsversuches so ganz nebenbei  Abgeordneter im Europaparlament ist. Was macht er da, welches Arbeitspensum, welche Ausschüsse?  Schade um diese vorenthaltene Aufklärung; statt dessen wird der politisch Interessierte Leser damit abgespeist, was alles nicht in Erfahrung gebracht wurde: Vergangenes Eheleben, Alte Herren usw.  

 Apropos Reichsbürger: Was ist eigentlich daraus geworden? Ich habe gehört, daß es jetzt eine juristische Auseinandersetzung mit der RP geben soll. Schade, daß man auch darüber nichts aus Ihrem Blatt erfährt.

 Ich habe meinen Text inzwischen veröffentlicht. Googeln sie einfach nach der Kombination von „Rheinischer Post“ und „Ratten“. Dann erscheint der Beitrag auf der ersten Seite der Suchergebnisse. Über eine Like von Ihnen bei Facebook würde ich mich freuen.

 Ich wünsche Ihnen einen schöne Arbeitswoche, herzliche Grüße

 Bernd Ulrich

 

Anmerkung: Auch passend → Thema

Braune Brühe in der Rheinischen Post

Liebe Freunde,

   die CDU-affine Rheinische Post befindet sich schon seit einiger Zeit mit Vollgas im Wahlkampfmodus. Und trotzdem hat sie jüngst noch an Tempo zugelegt. Wie das? Ganz einfach, man fährt abwärts auf der schiefen Bahn. Und wie es mit dem einstigen Qualitätsblatt bergab geht, das offenbarte ein gewisser Maximilian Plück am 4. April auf Seite 2. Da greift er nämlich kräftig in die braune Soße und rührt darin herum. Unterstellt er doch der AfD, daß sie sich nicht klar genug vom „braunen Gedankengut distanziere“.

Wer ist hier „braun“?

 http://www.rp-online.de/politik/anti-afd-rezept-fehlt-aid-1.6733001

Meine Frage an Maximilian Plück: „Wo bitteschön, finden Sie braunes Gedankengut im Parteiprogramm der Alternative für Deutschland? Haben Sie Textpassagen gefunden, die aus Hitlers „Mein Kampf“ abgeschrieben wurden oder den Schriften des NS-Ideologen Alfred Rosenberg entnommen wurden?  Oder wurde aus Goebbels‘  Reden abgekupfert? Predigt etwa die AfD von einer Überlegenheit der nordischen Rasse? Fordert sie zu Pogromen gegen jüdische Mitbürger auf? Oder propagiert sie einen neuen Krieg zur Eroberung neuer Lebensräume? Woher haben sie die Vorstellung vom braunen Gedankengut? Bringen Sie bitte  Beweise für Ihre Unterstellung!“

 Der „gebürtige Münsterländer“ (so die eigene Personenbeschreibung) betätigt sich indessen als heftiger Wadenbeißer. Empfiehlt er doch allen Ernstes den deutschen Gewerkschaften, AfD-Anhänger aus ihren Reihen auszuschließen. Dabei beruft er sich auf deutsche Geschichte. Aber da hat er etwas gründlich missverstanden. Denn der  Ausschluss von Mitbürgern am öffentlichen Leben wegen Herkunft oder Gesinnung  wurde damals von Nazis propagiert und durchgesetzt. Offenbar nimmt sich Herr Plück diese Machenschaften zum Vorbild.  

 Nun könnte man solche Entgleisungen als Jugendstreich eines Jungreporters abtun, der von der Chefredaktion mit einem Augenzwinkern durchgewunken wurde. Aber so harmlos ist es nicht. Denn  durch solche Hassbotschaften werden unbedarfte Mitläufer dazu ermuntert, gewaltsam gegen AfD-Anhänger vorzugehen. Bereits jetzt ist die AfD massiven Attacken ausgesetzt: Ihre Plakate werden zerstört, Ihre Häuser und Büros beschmiert, Ihre Gastgeber bedroht und ihre Autos angezündet. Von der Gewalt gegen Sachen ist es nur ein kleiner Schritt zur Gewalt gegen Personen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es die ersten Verletzten, schlimmstenfalls sogar Tote geben wird. Und dann hätte der Herr Plück nicht nur seine Sudeltinte, sondern richtiges Blut an den Händen. In der Juristerei nennt man so etwas „Mittelbare Täterschaft“.

 Mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich

 

Von Reichsbürgern und Giraffen

Liebe Freunde,

 kennt Ihr den?  Steht ein Mann in Düsseldorf mitten auf einer Kreuzung, schreit und fuchtelt wild mit den Armen. Nach einer Weile fragt ihn ein besorgter Passant: „Was machen Sie denn da?“ Antwort: „Ich vertreibe Giraffen.“ Darauf der verdutze Fragesteller: „Aber hier sind doch keine Giraffen!“ Da erwidert der Fuchtler: „ Ja eben, ich mache einen guten Job!“

 An dieses  Beispiel aus Dobellis Bestseller „Die Kunst des klaren Denkens“ fühlte ich mich erinnert, als mir vorgestern die auf der Titelseite der Rheinischen Post die alarmierende Nachricht ins Auge sprang:  Reichsbürger will in den Bundestag! Ein 57-jähriger AfD-Funktionär aus Gütersloh!

Rheinische Post vom 29. März 2017 (Klick zum Vergrößern)

 Na sowas! Reichsbürger sind  eine Handvoll  verpeilter Zeitgenossen, welche die Staatlichkeit der Bundesrepublik nicht anerkennen und sich als Angehörige des Deutschen Reiches von 1939 fühlen. Und folgerichtig die Zahlung von Steuern verweigern und sich Phantasieausweise ausstellen. Damit kommen diese Leute ständig mit den Gesetzen unseres Landes in Konflikt.  Reichsbürger wird man schlichtweg dadurch, daß man sich selbst persönlich zu diesem spleenigen Gedankengut bekennt.  Und so was will ausgerechnet in den Bundestag? Mit der AfD?

Eigentlich sollte es die Rheinische Post besser wissen. Sie war schließlich bei allen Wahlparteitagen der AfD in NRW mit eigenen Berichterstattern vertreten. Somit sollte es der Redaktion geläufig sein, daß jeder Kandidat der AfD nicht nur ein taufrisches polizeiliches Führungszeugnis und eine Schufa-Auskunft beibringen muß, sondern auch eine vom Finanzamt ausgestellte Unbedenklichkeitsbescheinigung derart,  daß keinerlei Steuerrückstände bestehen.  Einem  „Reichsbürger“  dürfte es ziemlich schwerfallen, diese amtlichen Persilscheine zu erhalten.  Aber was schreibt die Rheinische Post: „Er gilt als Reichsbürger, was er verneint“. Ein kompletter Widerspruch in sich. Denn „Reichsbürger“ ist nur der, der sich zu diesem Gedankengut bekennt.

Die Rheinische Post versucht Giraffen dort zu vertreiben, wo weit und breit keine sind.  Und gerät damit in Konflikt mit einschlägigen Paragraphen des Strafgesetzbuches. Das lautet es wie folgt:

§ 187Verleumdung

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Ob das unsere RP-Redakteure Julia Rathcke und Thomas Reisner, die diese reißerische Diffamierung zu verantworten haben, zu Ende gedacht haben? Denn zwischenzeitlich scheint die Rheinische Post kalte Füße bekommen zu haben. Der inkriminierte Artikel wurde inzwischen aus dem Online-Angebot entfernt. Erstaunlich ohnehin, daß diese  Titelblattstory von Journalisten aus der zweiten und dritten Garnitur verantwortet wurde. Die jugendliche Julia Rathcke ist noch Volontärin. Thomas Reisner taucht nicht einmal im Autorenverzeichnis der RP auf: http://www.rp-online.de/autor/ Die üblichen alten Hasen der Polit-Redaktion wie Mayntz, Schröder, Hüwel oder Quadbeck wollten sich an diesem heißen Eisen offensichtlich nicht die Finger verbrennen.

Der geneigte Leser fragt sich: Was soll das ganze? Ganz einfach: Die RP befindet sich im Wahlkampfmodus. Wenn jemand behauptet, daß dieses Blatt CDU-affin ist: Damit  hat er genau ins Schwarze getroffen. Fairness? Fehlanzeige!   Und schon sammeln  sich die üblichen Verdächtigen um diesen dargebotenen Topf und versuchen darin  ihr Süppchen zu kochen. Bereits am Tag darauf gibt es in der RP die genüssliche Fortsetzung:

NRW-Politiker gegen „Reichsbürger“ auf AfD-Bundesliste   Düsseldorf.  Politiker aus NRW sind entsetzt über den „Reichsbürger“, der für die AfD in den Bundestag will. „Wenn eine Partei solche Personen auf ihrer Landesliste für den Deutschen Bundestag und dann auch noch auf den vorderen Plätzen duldet, dann ist das keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland“, sagte SPD-Generalsekretär André Stinka. CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen erklärte: „Sollten sich die Vorwürfe gegen den AfD-Funktionär bestätigen, wäre das ein weiterer Beleg für die Radikalisierung der NRW-AfD.“ Ähnlich äußerte sich Verena Schäffer, innenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion. Die Ideologie der „Reichsbürger“ sei im Kern rechtsextremistisch. Özlem Demirel, Sprecherin der NRW-Linken: „Die AfD festigt damit ihre Verbindungen zu extrem Rechten weiter.“  

Man achte darauf, daß diese gewieften Politprofis im Konditionalsatz oder Konjunktiv  sprechen: „Wenn das so ist …. dannSollten sich die Vorwürfe bestätigen… dann“.  Damit werden juristische Fallstricke geschickt umgangen.

Das ganze wird sich als das auflösen, was es ist: Heiße Luft.  Aber wie wussten schon die alten Römer: Es bleibt immer etwas hängen. Und genau das ist der Zweck.

Mich wundert nur eins: Daß solche Journalisten sich immer noch über die Zuschreibung „Lügenpresse“ mokieren.

Dieser Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. Aber ich erhielt am nächsten Tag postwendend eine Nachricht von der Redakteurin:

Von: Rathcke, Julia Betreff: AW: Von Reichsbürgern und Giraffen

Sehr geehrter Herr Ulrich,

vielen Dank für Ihren Leserbrief an uns. Zwei kurze Anmerkungen meinerseits dazu: Ich bin jung, aber mit knapp 30 Jahren wohl doch nicht mehr jugendlich und Volontärin auch längst nicht mehr, sondern Politikredakteurin. Zudem ist es nie die Entscheidung eines einzelnen Redakteurs/einer einzelnen Redakteurin, womit wir die Zeitung aufmachen. Was auf der Titelseite steht – und nicht nur das – geschieht immer auch in Absprache mit der Chefredaktion.

Alles weitere gerne bei Zeiten im persönlichen Gespräch.

Ein schönes Wochenende wünscht, Julia Rathcke

Ich antwortete am 2.April wie folgt:

Sehr geehrte Frau Rathke,

 haben Sie herzlichen Dank für Ihre persönliche Rückmeldung. Ihr Angebot für ein persönliches Gespräch nehme ich gerne an. Bestimmen Sie einfach Datum, Zeit und Ort. Da ich mein berufliches Dasein schon hinter mich gebracht habe, bin ich zeitlich flexibel.  

 Sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich Sie unzutreffend als „Volontärin“ eingeordnet habe. Bei Eingabe Ihres Namens in Google erscheint auf Platz eines diese Seite: http://www.journalistenschule-ifp.de/menschen/julia-rathcke. Und da werden Sie tatsächlich als Volontärin geführt; auch das Porträt ist zweifellos „jugendlich“.

 Mir ist bewusst, daß die Aufmachung der Zeitung, insbesondere die Titelseite,  durch die Chefredaktion abgesegnet werden muß. Das exkulpiert Sie in gewisser Weise, wirft indessen ein umso schlechteres Bild auf Ihr Haus. Dabei äußerte sich  Michael Bröcker  in der Ausgabe vom 1.10.2016 anlässlich des siebzigsten  Geburtstags der Rheinischen Post noch wie folgt:  „Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig. Aufklären, erklären, dabei bitte akkurat recherchieren, ausgewogen argumentieren. Fairness, keine Häme. Das ist unsere Haltung.“

Ich denke, hier erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

 Ich freue mich auf Gespräch und  wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche!

 Mit freundlichen Grüßen  Bernd Ulrich

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