Kolumne Mit Verlaub! Reinhold Michels am 7.10.

waffenscheinSehr geehrter Herr Michels,

 ihrer Diagnose: „Unsere Narreteien sind Rasen und Drängeln“ unter der Überschrift „Führerschein = Waffenschein“   kann ich nicht zustimmen und will das näher begründen:

 Seit 1968 bin ich Führerscheinbesitzer für Auto und Motorrad. Bedingt durch berufliche Tätigkeit mit vielen Außenterminen habe ich bis heute annähernd 2 Mio. Kilometer  zurückgelegt. In den letzten zwanzig Jahren waren es durchweg gut motorisierte Dienstwagen. Von daher maße ich mir eine gewisse Kompetenz zur Beurteilung der Situation an.

 Tatsächlich haben sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Sitten auf deutschen Straßen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Bis etwa Anfang der achtziger Jahre herrschte tatsächlich so etwas wie Rodeo per Lichthupe auf den Autobahnen. Wettrennen waren an der Tagesordnung. Man wollte ausprobieren, wer denn nun der schnellere ist: Opel Manta, Opel Commodore, Ford Capri, BMW 1800ti, um nur einige zu nennen.  Reiche Leute fuhren schnelle Auto, Otto Normalo zuckelte hingegen  im VW oder im Opel Kadett gemächlich über die Fahrbahn dahin.  Soziale Differenzierung erfolgte über die erreichbare Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn. Nur folgerichtig, daß dann die SPD ein allgemeines Tempolimit forderte. Vordergründig mit den Argument der Verkehrssicherheit, tatsächlich natürlich zur Triebbefriedigung des Sozialneides auf die schnellen Reichen.  Zu dumm für die Genossen, daß schon damals aus der Statistik ablesbar war, daß die meisten tödlichen Unfälle auf geschwindigkeitsbeschränkten Straßen passieren. Und so gab es denn 1978 als Kompromiss die „Richtgeschwindigkeit“ von 130 km/h. Das war eine Empfehlung und keine verbindliche Vorgabe.

 Mitte der Achtziger hatte sich das Bild gewandelt: Die Autos waren dank Windkanal, obenliegender Nockenwellen, Vierventiltechnik  usw. deutlich schneller geworden. Mit einem Golf GTI oder Kadett GSI konnte sich nun jeder Maurerlehrling einen fahrbaren Untersatz  mit Höchstgeschwindigkeiten  jenseits von 200 km/h leisten.  Tempo war nicht länger eine Frage des Sozialstatus.  Niemand brauchte dem anderen mehr etwas zu beweisen; die Rennen verloren ihren Reiz und wurden somit seltener.

 Natürlich gibt es auch heute noch Zeitgenossen, welche die deutsche Autobahn mit einem Motodrom verwechseln. Etwa BMW M5  gegen Porsche oder Ferrari gegen Audi RS8.  Aber das Kräftemessen per PS ist seltener  geworden. Warum auch? Über 20% der auf Deutschlands Straßen neu zugelassenen PKW erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und sind abgeregelt.

 Dichtes Auffahren, Blinker setzen und Lichthupe: Diese Unsitten haben deutlich nachgelassen und werden zu Recht von Polizei und Gerichten als Nötigung streng geahndet. ES gibt aber auch bedenkliche Entwicklungen: Z.B. die wachsende Zahl rasender Kleintransporter, die mit 180 km/h über die Autobahn fegen. Am Steuer zumeist junge Männer mit wenig Hirn und umso mehr Testosteron.  

 Zu guter Letzt: Trotz fortschreitender Motorisierung ist die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschland Straßen kontinuierlich gesunken. Von über zwanzigtausend  Anfang der Siebziger bis auf etwa viertausend heutzutage. Das ist ein Rückgang um 80%. Ein schöner Erfolg, den wir zum einen dem Fortschritt der Medizin und Technik, aber auch dem veränderten Fahrverhalten zu verdanken haben.

 Noch ein Wort zu den zitierten Amerikanern: Unsere Kollegen aus den USA bekamen regelmäßig beim ersten Mal Schweißausbrüche, wenn wir sie von Flieger abholten und dann mit gewohnten deutschen Autobahntempo zur Firmenzentrale chauffierten. Der Schreck hielt allerdings nicht lange an: Für den Wochenendausflug in Germany besorgte man sich dann selber einen Mietwagen, um dann das Gefühl auszukosten ,wie es sich am Steuer jenseits der  in den USA erlaubten 120 km/h (=75 Meilen) anfühlt.  Die Eingewöhnung erfolgte dann sehr schnell.

 Mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich

 

Rheinische Post: Mal wieder unterste Schublade

Liebe Freunde,

 unsere Rheinische Post: Langsam frage ich mich, warum ich mir dieses Lesemissvergnügen allmorgendlich immer wieder aufs neue antue. Aber man möchte ja  informiert sein, was den Bürgern hierzulande so serviert wird.

 Unser alter Bekannter  Michael Bröcker, seines Zeichens sogar Chefredakteur, produziert   im heutigen Leitkommentar mal wieder anrüchige Absonderungen. So erwähnt er  unsere Parteichefin, immerhin eine promovierte Naturwissenschaftlerin und vierfache Mutter, zusammen mit dem obszönen Schimpfwort „Bitch“  in einem Satz.  Bitch ist im Angelsächsischen eine üble Beleidigung und bedeutet so viel wie „Hure“. Auch schon vorher  stänkert der Herr Chefredakteur  gewaltig:

 „Die AfD ist ein Sammelsurium frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner, politik- und elitenverdrossener Bürgerlicher, aber eben  auch von völkischen Nationalisten und Rassisten“.

 Das ganze unter der Überschrift: „Maß und Mitte gesucht“. So was nenne ich Satire vom Feinsten.

 Nun ja, die RP feierte und beweihräucherte sich selbst vor einigen Tagen anlässlich ihres siebzigsten Geburtstages. Möglicherweise hat unser Michael Bröcker da zu tief ins Maß oder Glas geschaut und ist noch nicht wieder ganz bei Sinnen.  Hatte er doch in einer Sonderbeilage zum 1. Oktober noch wie folgt getönt:

 „Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig. Aufklären, erklären, dabei bitte akkurat recherchieren, ausgewogen argumentieren. Fairness, keine Häme. Das ist unsere Haltung.“

journalismus

Schade, so schnell werden die guten Vorsätze über Bord geworfen.

 Natürlich bezeichnet der Chefredakteur unsere Frau Dr. Petry nicht direkt als „Bitch.“  Statt dessen relativiert er sinngemäß im nächsten Halbsatz: Wer das tut,  der handelt „kleinmütig.“

 Schon großmütig, unser Chefredakteur. Ich empfehle ihm, zur Erweiterung seines Horizontes mal einen Blick in sein eigenes Blättchen vom heutigen Tag  zu werfen.  Da steht auf Seite drei in großer Aufmachung: „Rudelbildung gegen Polizisten“.  Direkt daneben eine Spalte: „Südländer vergewaltigt 80-jährige“. Auf den nächsten Seiten: „Salafisten-Prozess“  und „Attacken gegen Badegäste: Behörden verbummeln Urteil“.

 Die Zeit ist reif für eine Alternative. Eben die Alternative für Deutschland.

Soweit mein Text. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, den Herrn Chefredakteur mit in die Verteilerliste aufzunehmen. Und hat auf den Köder angebissen:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

 vielen Dank für Ihre Mail, auf die ich sehr gerne schnell von unterwegs reagieren möchte. Sie haben mich leider etwas falsch verstanden, sicher nicht absichtlich. Ich habe ein Zitat einer Kölner Kabarettistin wiedergegeben, die Frau Petry „Bitch“ genannt hat. Ich mache mir dies eben nicht zu eigen. Wie Sie ja auch richtig schreiben, kritisiere ich eine solche Äußerung ausdrücklich genauso wie ich Übergriffe / Angriffe auf AfD-Abgeordnete und Funktionsträger kritisiere. Aber das haben Sie ja sicher auch im Kommentar gelesen.

 Dass die AfD ein „Sammelsurium frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner, politik- und elitenverdrossener Bürgerlicher, aber eben auch von völkischen Nationalisten und Rassisten“ ist, ist meine Meinung, die sich leider durch zahlreiche Äußerungen aus der AfD belegen lässt. Aber wie gesagt, wir wehren uns dagegen, die AfD pauschal zu verurteilen oder zu verunglimpfen. Wir weisen allerdings weiterhin in ruhigem und angemessenen Ton auf die – nach unserer Meinung – kritischen Äußerungen und Sichtweisen in Teilen der AfD hin.

 Beste Grüße

 Michael Bröcker

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Chefredakteur  Zülpicher Straße 10 – 40196 Düsseldorf

Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Hier meine Replik:

Sehr geehrter Herr Bröcker,

   vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

 Wenn jemand an Gespenster glaubt, dann wird er auch Gespenster sehen. Und je mehr Gespenster er sieht, desto heftiger wird geglaubt. Nennen Sie es Autosuggestion, virtuelle Realitäten, selektive Wahrnehmung, was auch immer. Ich frage mich des Öfteren, ob unsere Journalisten tatsächlich an das glauben, was sie da schreiben.  Falls ja, dann sind sie naiv, ansonsten einfach unaufrichtig.

 Im Übrigen passe ich exakt in Ihre Vorstellung vom typischen AfD-Anhänger:

 Frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner:

 Ich bin dankbar, daß ich mit Mathematik, Physik und BWL seinerzeit das richtige Universitätsstudium gewählt habe, um dann in der aufstrebenden IT-Branche eine Karriere zu starten. Mein langjähriger und letzter Arbeitgeber ist derzeit mit einem Börsenwert von über 100 Mrd. Euro das wertvollste Unternehmen dieses Landes. Ich brauche mir also um meine betriebliche Altersversorgung keine Gedanken zu machen.

 Politik- und Elitenverdrossener Bürgerlicher:     

 Zusammen mit dem zu früh verstorbenen Jürgen Möllemann habe vor Jahrzehnten Straßenwahlkampf in seiner Heimatstadt Münster gemacht. Bis zum Jahre 2009 war ich treuer FDP-Anhänger.  

 Rassist:  

 Als Personalvorgesetzter in einem international tätigen Softwarekonzern hatte ich Gelegenheit, neben deutschen Kollegen auch Mitarbeiter aus fremden Ländern einzustellen: Brasilien, Indonesien, China, Türkei, Libanon.  Zu manchen pflege ich bis heute ein freundschaftliches Verhältnis.  

 Beste Grüße    Bernd Ulrich

 Eine Antwort steht bis jetzt aus …. sollte ich sie erhalten, dann werde ich sie an dieser Stelle veröffentlichen.

 

Die emotionale Entladung der Frau Krings

Liebe Freunde,

 den üblichen Verdächtigen von der Rheinischen Post passte unser gutes Abschneiden in Mecklenburg-Vorpommern nun gar nicht in den Kram. Und so stänkerte Frau Dorothe Krings in der Kolumne „Gesellschaftskunde“ dort vor einigen Tagen  wie folgt:

Rheinische Post, 8. September 2016
                                                            Rheinische Post, 8. September 2016

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/kolumnen/gesellschaftskunde/protestwahlen-sind-emotionale-entladungen-aid-1.6244662

 Das veranlasste mich zu folgendem Leserbrief:

 Sehr geehrte Frau Krings, Sehr geehrtes Redaktionsteam,

   bei der Lektüre Ihrer Kolumne mußte ich mich tatsächlich im Zaun halten, um mich nicht „emotional zu entladen“ , wie Sie es so nett formulieren. Um weiter in Ihrem Duktus zu bleiben:  Es ist auch müßig anzumerken, daß Sie, Frau Krings, das Parteiprogramm der AfD im Umfang von über 200 Seiten vermutlich gar nicht kennen.  Aber um sich zu vergewissern wie man Migrationsbewegungen eindämmen kann braucht man gar keine Parteiprogramme zu lesen. Da genügt der Blick nach Mazedonien, Ungarn, Österreich oder Australien, um nur einige zu nennen.

 Zu meiner Person: Ich fühle mich keineswegs diffus benachteiligt, bedrängt, oder bedroht. Selbstverantwortung habe ich lange genug gelebt. Ausgeliefert fühlte ich mich vielleicht zu meiner Schulzeit oder bei der Bundeswehr, später nicht mehr.  Absturzängste? Ich bin längst im Ruhestand und finanziell mehr als ausreichend versorgt. Was mich allerdings zur „Emotionalen Entladung“ bringt: Das ist die organisierte Volksverdummung durch Politik und Medien.  Die massenhafte Armutsimmigration, von denen die wenigsten der Neuankömmlinge „Schutzsuchende“ sind, es sei denn, man definiert unser eng gestricktes soziales Netz als „Schutzmantel“. Die fortwährende Konkursverschleppung Griechenlands, die verkorkste Energiewende, unser desolates Bildungssystem: Da haben Sie recht: Das alles bringt mich zur emotionalen Entladung. Und tatsächlich: Jenseits meiner „Kaufkraft“ gibt es tatsächlich etwas, auf das ich baue in der Hoffnung, daß die Dinge wieder ins Lot kommen: Nämlich die  Alternative für Deutschland, kurz gesagt: Die AfD. Das gibt mir Halt und Hoffnung. Deshalb unterstütze ich diese Partei. Nicht nur durch das Kreuz auf dem Wahlzettel, sondern auch durch persönliches Engagement und nicht zuletzt durch finanzielle Zuwendungen. Und warum? Nicht nur, weil ich es mir leisten kann. Sondern auch deswegen, weil es mir Freude macht, für eine gute Sache, von der ich überzeugt bin, zu spenden.  Das bietet mir tatsächlich „Halt“, wie Sie es nennen.

 PS.: Ich kann Ihnen, Frau Krings, das Programm der AfD gerne in gedruckter Form zuschicken. Sagen Sie mir einfach Bescheid.

 Leider hat sich besagte Frau Krings bis heute nicht bei mir gemeldet. Schade.

 Herzliche Grüße     Bernd