RP: Recht auf Falschberichterstattung

Kein Zweifel: Die Rheinische Post befindet sich bereits im Wahlkampfmodus. Anders sind die Nickeligkeiten gegen die AfD selbst im Sportteil (!) nicht zu erklären. Hier das jüngste Beispiel: In der Berichterstattung über eine Ratsdebatte zum Thema Handball in Ratingen wird  der  Fraktionsvorsitzende Werner Kullmann in der Ausgabe vom 13.5.wie folgt verunglimpft: „Werner Kullmann (AfD) weist zunächst auf seine eigene sportliche Vergangenheit (unter anderem „jahrelang Kassierer bei einem Fußball-Bundesligisten“) hin“KassiererDie Absicht ist eindeutig: Werner Kullmann soll  lächerlich gemacht werden. Es wird so getan, als wenn seine Sportlerkarriere im wesentlichen diejenige eines Kassierers gewesen sei. Daß  er mehrfach an Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Seniorenklasse teilgenommen hat und gute Platzierungen erreichte, wird dem Zeitungsleser absichtsvoll vorenthalten.

Das wollte Werner Kullmann nicht auf sich sitzen lassen. Hier aus dem Beschwerdebrief an die RP :

…..Richtig ist vielmehr: Werner Kullmann war nie Kassierer bei einem Fußballbundesligisten und hat derlei auch nie behauptet. Werner Kullmann äußerte sich wortgemäß bei der Sitzung des HAFA wie folgt: „Als Kassierer einer Ratinger Handballmannschaft, die ich bis in die 2. Bundesliga begleitete, weiß ich, was eine Kontaktsportart ist. (Das wusste Herr Vogt von der BU anscheinend nicht). In der Leichtathletik habe ich für Ratingen die Deutschen Senioren Meisterschaften mitgemacht, da (in dieser Sportart) ist es nicht so (Kontakt, Halle).

Die Handballer, die aufsteigen wollen (RP nach oben kommen wollen?), haben noch ihren Beruf und dort Kontakte. (Zu Mitarbeitern außerhalb der Handballmannschaft). Deshalb ist es für mich unter den Corona Gesetzen ein NoGo. Ich bin gegen eine Bevorzugung einer Mannschaft im Kontaktsport in der Halle. Deshalb lehne ich diesen Antrag ab. Sie (die Sportler) können sich noch später auszeichnen. Sie sind ja keine Profis, wie z.B. Bayern München. (Die nur davon leben)

 Wir fordern Sie hiermit auf, die unwahre Tatsachenbehauptung unverzüglich aus Ihrem Online-Artikel zu entfernen und in der nächsten Ausgabe Ihrer Printzeitung eine entsprechende vollständige Richtigstellung abzudrucken.   Andernfalls behalten wir uns presserechtliche Schritte vor. – Der derzeitige Text gibt zudem durch die Wortkombination  „ Sportliche Vergangenheit als Kassierer“  den so Dargestellten unverdientermaßen der Lächerlichkeit preis. Die Richtigstellung hat dies „richtig zu stellen“.  

 Werner Kullmann ergänzt: „Die Bezeichnung „Kassierer“ gab es tatsächlich damals im DJK Turnerbund 08 Ratingen. Die habe ich auch so weitergegeben als „Kassierer eines Ratinger Sportvereins, dessen Handballmannschaft ich bis zur 2. Bundesliga begleitet habe“. Außerdem war ich über 50 Jahre Mitglied im besagten DJK Turnerbund 08 Ratingen, mehrere Jahre im Vorstand und als Leichtathlet erfolgreich, für den Verein zweimal mit dem 4. Platz im Dreisprung der Deutschen DJK Meisterschaften und einmal Niederrheinmeister, bevor ich vor 3 Jahren als ältester Wettkampfsportler in die Leichtathletikabteilung des TV Ratingen wechselte.“

 Tatsächlich bequemte sich die RP zu einer unvollständigen Korrektur im Online-Ausgabe. Fußball wurde gegen Handball ausgewechselt. Das war‘s. Interessant ist die Begründung der Rheinischen Meinungsmacher, Zitat:  „..Obwohl es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Fehler um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt, setzt der Berichtigungsanspruch zusätzlich voraus, dass die Berichtigung des Textes zur Beseitigung einer fortdauernden Rufbeeinträchtigung des Betroffenen erforderlich ist. Dabei ist das Berichtigungsinteresse des Betroffenen gegen das Interesse der Medien abzuwägen, eine einmalig geäußerte Behauptung nicht förmlich zurücknehmen zu müssen, da dies einen recht schweren Eingriff in die Pressefreiheit darstellt….“

 Im Klartext: Eine falsche Tatsachenbehauptung ist durch Pressefreiheit gedeckt. Da verschlägt es einem glatt die Sprache, da fehlen einfach die Worte. Hier die passende Antwort: 

Sehr geehrte Frau…

  haben Sie Dank für Ihre Erläuterungen, die nichtsdestotrotz ein Gefühl der Bitterkeit zurücklassen. Denn natürlich ist mein Ansehen beschädigt und das war auch die eigentliche Absicht des Autors in diesem Absatz. Ob nun Handball- oder Fußballmannschaft ist letztlich unerheblich für die Rezeption beim Leser, zumal die unvollständige Korrektur ohnehin hinter einer Bezahlschranke verborgen ist. Meine Reputation besteht aber vornehmlich in der Begleitung einer hochklassigen Handballmannschaft, denn Hallenhandball und nicht Fußball war hier Thema in dem Artikel.

 Der Text suggeriert, daß meine sportliche Vergangenheit im wesentlichen die eines Kassierers war. Damit wird meine Person und meine Sportkompetenz im Gesamtzusammenhang der Lächerlichkeit preisgegeben. Selbst früher Leistungssportler, habe ich zudem nicht nur Vorstandsarbeit gemacht, sondern auch mit den Handball-Leistungssportlern meines Vereins vor ihrem Aufstieg mit trainiert. Wer sollte sich da von den anwesenden Kommunalpolitikern als betroffener Sportler und Vereinsfunktionär besser auskennen? Dass ich zudem noch vor 2 Jahren zu Deutschen Senioren Meisterschaften der Leichtathletik für Ratingen angetreten bin, wird wissentlich verschwiegen oder als „Erzählungen“ abgetan. Denn in dem nächsten Absatz folgte noch hämisch:  „…die Grünen lehnen den Antrag auch ab ganz ohne Erzählungen von eigenen sportlichen Betätigungen“.

 Sie weigern sich, in der Druckausgabe eine Berichtigung vorzunehmen und zwar mit Hinweis auf „Pressefreiheit“. Wenn Pressefreiheit nach dieser Definition auch bewusste Falschmeldungen und das Weglassen wichtiger Kontext-Informationen  beinhaltet: Dann brauchen Sie sich über Zuschreibungen wie „Lückenpresse“ oder gar „Lügenpresse“ nicht zu wundern.

 Die fragliche Druckausgabe hatte eine Auflage von über 5.000 Exemplaren. Auch wenn es sich nur um eine Tagesmeldung handelte: Es bleibt immer etwas hängen.  

 Ihr juristisch formuliertes Schreiben werden wir in dieser Form nicht veröffentlichen. Den Vorgang als solchen werden wir auf unseren sozialen Netzwerken thematisieren. Diese „Freiheit“ nehmen wir uns.

MfG Werner Kullmann 

Soweit der Text von Werner Kullmann. Nebenbei bemerkt: In der Doppelausgabe vom 13.5 (Himmelfahrt) war die genannte Gehässigkeit die einzige (!) Erwähnung der AfD überhaupt. Die RP gibt sich nämlich  alle Mühe, außer einem gelegentlichen Verriss nichts von der größten Oppositionspartei im Bundestag zu berichten.

Frohe Pfingsten!