BDI: Da ist der Wurm drin

Die Lektüre der Rheinischen Post ist gewiss kein Vergnügen sondern lästige Pflicht. Man muß ja informiert sein über das, was einem unbedarften Publikum wieder an Schwachsinn angedreht wird. Am Samstag gab mal wieder so ein Fundstück: https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/bdi-praesident-russwurm-der-lockdown-muss-so-schnell-wie-moeglich-enden_aid-56351069

Es war nicht anders zu erwarten: Die Redakteure haben dem neuen BDI-Präsidenten das Zuckerstückchen hingehalten und er hat willig zugelangt. Während an manchen Tagen die größte deutsche Oppositionspartei mit keinem Sterbenswörtchen in der Rheinischen Post  erwähnt wird, versucht man dem frischgebackenen BDI-Präsidenten die gewünschte Missbilligung der AfD zu entlocken. Und er liefert willig:

RP: Lassen Sie uns über Politik reden. Joe Kaeser, Ihr früherer Kollege bei Siemens, zuletzt dort Vorstandschef, warnt offen vor der Wahl der AfD. Sollten sich deutsche Manager öfter politisch äußern?

RUSSWURM Es ist mehr als richtig, dass Unternehmer und Manager in dieser Frage Haltung zeigen. Für mich ist klar: Die AfD schadet dem Industriestandort Deutschland. Wir leben von Weltoffenheit, die Welt ist unser Markt. Wir müssen attraktiv bleiben für schlaue Köpfe aus dem Ausland. Die Reputation des Standortes ist in Gefahr, wenn eine Partei wie die AfD die fremdenfeindliche Stimmung in der Bevölkerung schürt.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen:  Da fordert die AfD seit Jahren ein Einwanderungsgesetz, damit fähige Köpfe ins Land kommen. Und genau das wird von den Altparteien quer durch die Bank seit Jahren bis zum heutigen Tag verschleppt.  Denn dann müsste man ja Farbe bekennen wen man im Land haben möchte und wen nicht. Ein Verfahren, wie es klassische Einwanderungsländer wie Kanada,  Australien und die USA seit langem mit Erfolg  praktizieren.

Geradezu grotesk ist allerdings die Rußwurmsche Einlassung, daß die Opposition „dem Industriestandort Deutschland schade“. Geht’s noch? In anderen Ländern gibt es viel gewichtigere migrationskritische Parteien mit deutlich höheren Stimmenanteil. Hat man je davon gehört, daß etwa die Franzosen weniger Atomtechnik oder Champagner exportieren, weil sich die Kunden durch Marie le Pen abgestoßen fühlen könnten? Daß Belgien weniger Bier und Schokolade verkauft weil es einen Vlaams Belang im Land gibt? Daß Ikea weniger Billy-Regale an den Mann oder die Frau bringt wegen der Umtriebe von Schwedendemokraten? Fiat und Ferrari unter Umsatzeinbrüchen leiden wegen der Lega? Nein und nochmals nein!  Kompletter Schwachsinn!

Wenn etwas das Image der deutschen Industrie im Ausland beschädigt dann sind es die doch hausgemachten Skandale in den Konzernzentralen. Allen voran Dieselgate und die Korruptionsaffären im Hause Siemens. Ich betone: Siemens. Dort, wo der frischgebackene BDI-Präsident seine Karriere machte.  Wie titulierte das angesehene deutsche „Managermagazin“: „Wer sich mit Korruption in der deutschen Wirtschaft beschäftigt, kommt am Siemens-Konzern nicht vorbei.“ Und weiter:  „Im Herbst 2006 stürmten mehrere hundert Beamte in Siemens-Geschäftsräume an zahlreichen Standorten sowie in Privatwohnungen hoher Mitarbeiter. Die Razzia bildet den Auftakt zur wohl größten Korruptionsaffäre der deutschen Wirtschaftsgeschichte.“ http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/siemens-daimler-ferrostaal-die-groessten-korruptionsfaelle-fotostrecke-127536.html  Man beachte: Zu jener Zeit hatten sowohl Herr Käser als auch Herr Rußwurm schon Führungspositionen in diesem korrupten Laden.

Nein, mit dem peinlichen Kotau schmeichelt sich der neue BDI-Boss lediglich bei Schwarz-Rot-Grün ein. Er befindet sich damit in guter, bzw. schlechter Gesellschaft mit seinem Ex-Chef, dem sein Name zu „deutsch“ war für das internationale Parkett und der sich deswegen flugs in Joe Kaeser umtaufte.  Sein peinliches Geschwätz über BDM und Kopftuchmädchen, mit dem er ganze Generationen unserer Mütter und Großmütter verunglimpfte, ist noch in unguter  Erinnerung. Auch sonst war der Uncle Joe aus München für manches Fettnäpfchen gut: Man erinnere sich an das peinliche Anwanzen bei Donald Trump oder an seinen Eiertanz um das Fortbestehen des Siemenswerkes in Görlitz. Der Herr Rußwurm scheint aus gleichem Holz geschnitzt wie sein Ex-Boss.

Mit dem Schlag unter die Gürtellinie gegen die AfD schleimt sich der BDI-Präsident nun also bei der hohen Politik ein. Deswegen vernimmt man aus seinem Mund auch kaum Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung. Da war ein Hans-Olaf Henkel seligen Andenkens als BDI-Chef noch ein ganz anders Kaliber. Der hatte einer links-grünen CDU-Politik noch klare Kante gezeigt. So in seinem Buch „Die Abwracker“, gemünzt auf das tonangebende Establishment. – Dergleichen ist vom neuen  Vorsitzenden nicht zu erwarten.

Keine guten Aussichten für die deutsche Industrie, die sich in den kommenden Jahren auf einige Zumutungen destruktiver grüner Regierungspolitik gefasst machen muß. Ach ja: Natürlich ist  auch er für Quotenfrauen in Chefsesseln.

 

Ein Jahr Corona

Ein Jahr Corona RP vom 19.02.21

Von einer großen Zeitung ,wie die RP hätte ich doch zu dem Thema mehr erwartet.
Wie sieht es eigentlich mal aus mit einer Kritik an dem unverhältnismäßigen Lockdown?
Die Panikmache seit einem Jahr wirkt und die meisten Menschen haben längst die rationale Ebene verlassen. Dabei wäre so einfach, die überall veröffentlichten Zahlen in den richtigen Kontext zu setzen. Dann würde man auch schnell sehen, dass wir zu keiner Zeit eine Pandemie hatten und auch das Gesundheitssystem nie an der Belastungsgrenze war. Wir hatten in der Vergangenheit schon wesentlich stärkere Grippewellen mit wesentlich mehr Toten und da hatte niemand so ein Bohei darum gemacht.
Da wäre die Welt vorbildlich:
Noch schärfer kritisiert die Zeitung „Die Welt“: „Für keine der geforderten Maßnahmen nennt die Stellungnahme eine belastbare wissenschaftliche Quelle, nennt sie wissenschaftlich gesicherte kausale Zusammenhänge.“

Die Tageszeitung schreibt weiter: „Die sogenannte Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina ist aber alles andere als ein wissenschaftliches Dokument,“ sie sei vielmehr „ein Sammelsurium von sorgenvollen Aussagen über die aktuelle Situation, kombiniert mit einigen drastischen Vorschlägen, die ihre Autorität daraus ziehen sollen, dass die Autoren nun einmal in leitenden Funktionen im Forschungsbetrieb tätig sind“.

Der wissenschaftliche Gehalt der Leopoldina-Expertise sei „so gering, dass wohl jede aufmerksame Zeitungsleserin, jeder ‚Tagesschau‘-Zuschauer und jede internetaffine Gymnasiallehrerin den Text hätte verfassen können, einschließlich der Diagramme, die den Infektionsverlauf in Irland und in Deutschland miteinander vergleichen – eine Grafik, die der Autor dieser Zeilen innerhalb von weniger als einer Minute auf einer bekannten Datenplattform zusammenklicken könnte“.

Vernichtender hätte die Kritik an „Wissenschaftlern“, die der Bundesregierung stets zu Diensten sind, kaum ausfallen können.
(Eingesandt von Wolfgang Dietrich)

Zitterattacken Spätestens anlässlich der Zitterattacken ist mir klar geworden, dass es bei Frau Merkel intrapsychisch ziemlich rumoren muss.
Es besteht ein bizarrer Widerspruch zwischen der autoritär verfügten Freiheitsbegrenzung im Rahmen der SARS-cov2-Pandemie und der moralistisch begründeten totalen Entgrenzung im Rahmen der Migrationskrise.
Da wo es rumort, denkt es sich schlecht. Reflexion und Verantwortungsethik gehen den Bach runter.
So langsam beschleicht mich jetzt doch das Gefühl dass die Flammenschrift an der Wand erschienen ist.“Mene Tekel, gewogen und zu leicht empfunden“ Es kommt harsche Kritik von unerwarteter, d.h. linker, Seite. In Treue fest stehen nur noch die CDUler, die blindlings mit ihr nach links abgedriftet sind. Aber sie warnen: Jetzt muss es anders gehen sonst sei es „existenzbedrohend“. Für wen? Ich habe mich schon einige Male zu früh gefreut. Aber die Jagd scheint auf zu sein. (Eingesandt von Wolfgang Dietrich 2. Februar 2021)