Neo-Nazi Anwalt

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/karneval/karneval-duesseldorf-neonazi-anwalt-aktiv-kritik-am-narrencollegium_aid-48212244

Leserbrief:

Sicherlich kann man trefflich darüber streiten, ob ein sich „unpolitisch“ nennender Karnevalsverein gut beraten ist, seinen Vorstand mit politischen „Größen“, zumal mit solchen, die äußerste extreme Positionen einnehmen, zu besetzen. – Die darüberhinaus unverblümt geäußerte Erwartung Ihrer Redakteure, dass bereits ein Rechtsanwalt, der in Ausübung seines Berufs Mandanten aus einem politisch (rechts-)extremen Spektrum vertreten habe, nicht in einen solchen Verein gehöre, ist aber ein journalistisches Armutszeugnis par excellence! – Jede vor Gericht stehende Person hat nach unseren verfassungsgemäßen Grundrechten ein Anrecht auf rechtliche Vertretung und anwaltliche Verteidigung, ohne jeden Unterschied! Wo wollen Sie da denn überhaupt die Grenzen ziehen, etwa erst vor Kinderschändern, Mördern usw.? Oder reicht für die Stigmatisierung und gesellschaftliche Ausgrenzung des Anwalts (vielleicht auch des Arztes, Autohändlers, Bäckers … pp) schon die Richtung oder aber Überschreitung eines bestimmten Grades der politischen Orientierung seines Mandanten (bzw. Patienten, Kunden pp)? Die Erwartung Ihrer Redakteure erinnert fatal an das einstige „Gesunde Volksempfinden“, wonach ein „Deutscher Anwalt“ sich mit bestimmten Personen nicht abzugeben hatte!
Bernd Minzenmay, Dinslaken
(Rechtsanwalt i.R.)